Messerattacke auf Studentin in Welser Lokal

Prozess in Wels

Messerattacke auf Studentin in Welser Lokal

Nach einer Messerattacke auf eine 19-Jährige im vergangenen Sommer in einem Welser Lokal muss sich am Mittwoch ein Portugiese wegen Mordversuchs vor Gericht verantworten. Er will sich nicht mehr an die Tat erinnern können und schiebt den "Filmriss" auf eine weiße Substanz, die er in jener Nacht genommen habe. Laut Gutachten war er zwar beeinträchtigt, aber zurechnungsfähig.

Der 24-Jährige soll der Studentin auf die Toilette gefolgt sein und sie dort mehrmals mit einem Messer attackiert haben. Das Opfer überlebte nur durch eine Notoperation. Fotos aus einer Überwachungskamera führten zum entscheidenden Hinweis eines Zeugen und zur Festnahme des Portugiesen durch die Cobra. Ein Urteil der Geschworenen dürfte am Donnerstag gesprochen werden.

Zeugen beschreiben Mann als "Nice Guy"

Am Nachmittag waren mehrere Zeugen geladen, die den Angeklagten durchwegs als umgänglich beschrieben. Er sei ein "Nice Guy" gewesen, sagte eine Kellnerin des Lokals, in dem die Bluttat verübt wurde und in dem der Mann öfter zu Gast war. Nachbarn sagten aus, er habe harmlos gewirkt, "ein netter Mensch".

Der Beschuldigte hatte zuvor die Trennung und den Umstand, dass seine Ex das alleinige Sorgerecht für das Kind wolle, für die Tat verantwortlich gemacht. Der Bruder der Ex-Freundin beschrieb die Frau als "schwierige Persönlichkeit", die dem Portugiesen den Kontakt zu seinem Kind nicht gerade erleichtert habe.

Eine Zeugin ist selbst Richterin in Wels und Stammgast in dem Lokal. Sie hat sich am Tag nach der Tat gemeinsam mit einer Kellnerin darum bemüht, dass ein Video aus der Überwachungskamera ausgehoben wurde, auf dem sowohl Opfer als auch mutmaßlicher Täter zu sehen sind. Man habe darauf auch erkannt, dass der Mann öfter auf die Toilette gegangen sei, schilderte sie. Dass die Zeugin Richterin ist, veranlasste Verteidiger Andreas Mauhart zu einem Antrag auf Befangenheit des Gerichts, der aber vom Senat unter der Vorsitzenden Silvia Schneider abgelehnt wurde.

Der entscheidende Teil des Videos wurde dann vorgespielt. Darauf sieht man, dass das Opfer Richtung WC geht, der Angeklagte an der Bar sitzt und der jungen Frau hinterher sieht. Dann folgt er ihr und kommt zwei Minuten später wieder zurück.

Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt. Dann werden drei Sachverständige gehört sowie weitere Zeugen, darunter das Opfer, das abgesondert vernommen werden soll. Zu klären ist noch, ob oder was der Angeklagte an Drogen konsumiert hat. Er will u.a. ein weißes Pulver genommen haben, bei dem es sich um eine Mischung aus Kokain, Ecstasy und Entwurmungsmittel gehandelt haben soll. Ein Urteil ist für Freitag geplant.

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