Messermord: Valmir starb 
für 50 Euro

Täter geständig

© Bruna, Privat

Messermord: Valmir starb 
für 50 Euro

Der erste Mord des heurigen Jahres ist geklärt: Dienstag verhafteten Kriminalisten in Wien-Favoriten den 17-jährigen Philipp Z. an seinem Arbeitsplatz bei einem Großbetrieb, seinen Freund Thomas M. (16) in einem Hinterhof. Noch in den Abendstunden legten die Jugendlichen Zeugnis der erschütternd sinnlosen Bluttat ab.

Zerfleischt
Wie berichtet, war Valmir L. in der Nacht auf den 4. Jänner sterbend in der Grillgasse in Simmering gefunden worden – sein Rücken zerfleischt von etlichen tiefen Messerwunden. Zeugen sahen noch zwei junge Männer davonlaufen. "Wir haben Valmir zweieinhalb Stunden zuvor bei einem Lokal kennengelernt. Er schnorrte eine Zigarette", sagten nun die Verdächtigen im Verhör. Die Burschen kamen ins Gespräch und Valmir bot an, Haschisch zu besorgen. Daraufhin gaben ihm Philipp und Thomas zusammen 50 Euro. Doch dann hatte das spätere Opfer eine fatale Idee: "Kommt, wir gehen noch schnell ins Automatencasino und verdoppeln die Summe." Doch der Kosovo-Albaner verspielte das Geld in wenigen Minuten. Daraufhin planten die drei einen Überfall, um wieder an Bares zu kommen.

Hetzjagd in den Tod
"Als sie dann auf der Straße nach Passanten Ausschau hielten, kam es zum Streit", so Chefinspektor Kurt Unger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Das Duo glaubte, Valmir wolle es um die 50 Euro betrügen. Zuerst flogen Fäuste, dann stach Philipp Z. zu. Das große Messer blieb in Valmirs Rücken stecken. Der 18-Jährige lief mit der Klinge im Körper davon, wurde aber nach wenigen Metern von Thomas M. eingeholt, der mit einem zweiten Messer zustieß. Als der Blutende bereits auf der Straße lag, stach Philipp Z. dann noch einmal auf den Sterbenden ein.

Valmirs Mörder (verpixelt)
Die Täter - © BPD Wien

Falsches Alibi
Nach ihrer Flucht vom Tatort riefen die beiden Wiener einen Freund an und baten ihn um Hilfe. Der Mann riet ihnen, die Messer zu verstecken. Fahnder Helmut Fischer am Mittwoch: "Schließlich bekamen wir durch langwierige Ermittlungen endlich den richtigen Tipp, der uns zu den Verdächtigen führte. Wir hatten sie bereits früher verhört, weil sie auf einem Überwachungsfoto mit Valmir zu sehen waren. Damals gaben sie sich gegenseitig ein Alibi. Aber jetzt haben wir sie." Damit sind auch alle Gerüchte vom Tisch, Valmir starb wegen eines Bandenkrieges. Er verlor sein Leben wegen 50 Euro.

Autor: Markus Hofer
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