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Milliarden gegen den EU-Crash

Schicksalswoche für den Euro

Milliarden gegen den EU-Crash

Der Euro steht unter Druck wie lange nicht. Am Freitag war er mit 1,1460 Dollar auf den tiefsten Stand seit November 2003 gefallen. Zwar erholte sich der Kurs gestern etwas. Eine historische Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag und die GriechenlandWahl am Sonntag könnten aber einen weiteren Absturz bringen. Die wichtigsten Fragen:

Was passiert Donnerstag bei der EZB?
Die Währungshüter wollen ein Milliarden-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen beschließen. 500 bis 700 Milliarden Euro sollen in den Markt gepumpt werden. Diese nie da gewesene Geldschwemme soll die Konjunktur ankurbeln und die Deflationsgefahr bekämpfen.

Was bringt der geplante Kauf von Staatsanleihen?
EZB-Chef Mario Draghi will dafür sorgen, dass Banken wieder mehr Kredite vergeben und so die Wirtschaft Fahrt aufnimmt. Die Zinsen wurden schon auf Rekordtief gesenkt, das hat nichts gebracht. Jetzt will Draghi den Banken Staatsanleihen abnehmen und ihnen so mehr Spielraum für die Kreditvergabe verschaffen.
Woher kommen die bis zu 700 Mrd. für das Programm?

Die EZB hat die Oberhoheit über den Euro und kann daher einfach mehr neues Geld in den Markt pumpen.

Warum sind stark sinkende Preise gefährlich?
Das dämpft die Wirtschaft weiter, denn die Menschen halten sich dann beim Konsum noch stärker zurück – in der Hoffnung, dass es noch billiger wird. Das würgt die Konjunktur komplett ab, gefährdet Jobs. Die EZB hat eine Teuerungsrate von rund zwei Prozent als Ziel. In der Eurozone lag die Inflation im Dezember nur noch bei 0,4%.

Wie wirkt sich die geplante Geldlawine auf den € aus?
Wenn eine so riesige Menge Geldes neu in den Markt kommt, wird der Kurs des Euro weiter fallen.

Warum wird der EZB-Plan u.a. von Deutschland kritisiert?
Die EZB will Staatsanleihen kaufen, das sind quasi Schuldscheine einzelner Staaten. Sollten Staaten pleitegehen, bliebe die EZB – und damit alle europäischen Steuerzahler – auf Hunderten Milliarden Schulden sitzen.

Was gefährdet den Euro diese Woche zusätzlich?
Die Wahl in Griechenland am Sonntag. Gewinnen die Reform-Kritiker unter Alexis Tsipras, könnte die Euro-Krise neu aufflammen. Keiner weiß, was etwa im Falle eines „Grexit“ (Ausstieg der Griechen aus dem Euro) passiert.

(sea)

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