30. Juni 2010 19:05
Ein dumpfer Knall, Schreie, dann eine Rauchsäule: Ein dramatischer
Zwischenfall auf dem Luxus-Motorboot eines Millionärs-Paars verwandelte die
malerische Veldener
Bucht am Dienstag in ein Rettungs-Einsatzgebiet. Feuerwehr, Rettung,
Polizei eilten zur Unglücksstelle. Wo, wie bereits berichtet, ein nobles
Boesch-Boot lichterloh brannte.
Das Feuer war rasch gelöscht – die Besitzer hatten großes Glück. Es handelt
sich um die Wiener Zoltan (72) und Kitty (65) Thury: Ein originelles
Millionärs-Paar, das einen Großteil seiner Zeit mit Reisen verbringt und
auch ein Haus am Wörthersee besitzt. Das betagte wie betuchte Pärchen konnte
sich, als das edle Boot (Baujahr 72/73) plötzlich in Flammen stand, nur
durch einen Sprung ins Wasser retten.
Wohlauf
Dennoch erlitten beide Verbrennungen – am Mittwoch
konnten sie das Klinikum in Klagenfurt aber wieder verlassen.
Kripo
Die Ursache des Brandes wird nun untersucht: „Offenbar
wurde das Feuer gleich nach dem Betanken durch die Zündung ausgelöst“, nimmt
der Veldener Feuerwehrkommandant Manfred Brugger an. „Das untersucht jetzt
aber das Landeskriminalamt.“
Der Grund: Es wurden zwei Menschen verletzt. Und der Schaden ist nicht
unbeträchtlich: Geschätzte 150.000 Euro. Man werde Zeugen und die
Geschädigten einvernehmen, zudem werde ein Gutachter beigezogen, heißt es
aus der Brandgruppe des LKA.
Zündung
Fest steht, dass Unfälle wie dieser häufig beim
Betanken passieren. Feuerwehrmann Brugger – selbst ein Motorboot-Kenner –
erklärt eine mögliche Variante: „Nach dem Tanken oder wenn ein Boot lange in
der Sonne liegt, muss die sogenannte Bilge zuerst gut gelüftet werden.“
Dabei handelt es sich um den Kielraum, einen Hohlraum, in dem sich auch der
Motor befindet. Dort sammeln sich Gase, die bei der Zündung hochgehen
können. Möglich, dass die Thurys diese Gefahr unterschätzt haben.