Millionenkrimi um Ferraris

Händler in U-Haft

Millionenkrimi um Ferraris

Aus diesem Stoff sind sonst nur die Krimis im Fernsehen: Ein adretter Geschäftsmann, Millionen-Deals mit Luxusautos, Jetset-Leben – und am Ende klicken die Handschellen.

15. November 2010: Gegen den Autohändler "Karner & Grossegger Automobil GmbH" (36 Mitarbeiter) wird ein Insolvenzantrag eingebracht.

Pleite
Das Unternehmen unter der Geschäftsführung von Heinrich K. ist Hauptimporteur von Ferrari in Österreich. Laut Kreditschutzverband stehen einem Aktivvermögen von 5,8 Mio. Euro Passiva von über 20 Millionen Euro gegenüber, 187 Gläubiger zittern um ihr Geld.

Knalleffekt: U-Haft
"Die Wirtschaftskrise" sei schuld am Niedergang des Unternehmens, hieß es damals. Doch vor zwei Wochen der Knalleffekt: Wie ÖSTERREICH erfahren hat, bekam K. damals Besuch von der Polizei – und wurde in U-Haft genommen. Haftgrund: Tatbegehungsgefahr. Schwere Betrugsvorwürfe stehen im Raum, die es nun zu untersuchen gilt.

Laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt laufen die Ermittlungen noch.

Schwere Vorwürfe
Das Unternehmen soll von mehreren Kunden Anzahlungen entgegengenommen, aber nicht geliefert haben. Angeblich wurden Dokumente gefälscht, die Buchhaltung frisiert. Der Schaden soll im Millionenbereich liegen, es soll Dutzende Geschädigte geben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

"Nicht richtig"
"Die Sachverhaltsdarstellungen sind so nicht richtig", sagt K.s Anwalt Peter Philipp zu ÖSTERREICH. "Von Dutzenden Geschädigten ist keine Rede, es gibt da vielleicht zehn Anzeigen. Und über die Schadenssumme wird noch gestritten."

"Schädigt Marke"
Die heimischen Ferraristi hoffen, dass der Fall bald aufgeklärt wird. "Die Affäre wirft ein schlechtes Licht auf die Marke", sagt Josef Panis, der Vizepräsident des Ferrari Club Österreich. „Zum Glück hatten wir im November einen guten Riecher. Damals sollte K., der ja immer im Auftreten ein völlig korrekter Geschäftsmann war, in unseren Vorstand aufgenommen werden. Wir haben aber schon von den Gerüchten gehört und ihn abgelehnt!“

"Karner & Grossegger" führt unterdessen weiter die Geschäfte von Vösendorf aus. Ein Masseverwalter wurde eingesetzt. Die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss.

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