Mord an Bankerin: Es war ein Polizist

Wahnsinnstat

Mord an Bankerin: Es war ein Polizist

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Paukenschlag im Mordfall an die Bank-Prokuristin Erika Hechenleitner (49): Der Streifenpolizist und Sprengstoffexperte Heinz S. (51) soll sie im Zuge eines mysteriösen Geschäfts von 8 Kilogramm Gold im Wert von 330.000 Euro vergangenen Freitag getötet haben – verraten haben ihn ein SMS und Telefongespräche mit dem Opfer.

Am Mittwoch wurde über den tatverdächtigen 51-jährigen Polizisten die Untersuchungshaft verhängt. "Und zwar wegen dringenden Tatverdachts", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr. Der Verdächtige habe sich vor dem Richter der Aussage entschlagen.

"Er bestreitet nach wie vor die Tat", erklärte Mayr. Der Verbleib der Goldbarren im Wert von 333.000 Euro, die die Bankangestellte bei sich gehabt haben soll, sei nach wie vor ungeklärt. Derzeit gebe es keinerlei Hinweise auf etwaige Mittäter. Die Ermittlungen liefen diesbezüglich noch.

Minutiös geplant
„Es war ein kaltblütiger und geplanter Mord“, sagte die Innsbrucker Staatsanwältin Brigitte Loderbauer am Dienstag.

Diashow Hier wurde die Bankerin gefunden

Eine Polizeistreife fand hier den gesuchten Mercedes

In dem weißen Mercedes fand man die Leiche der Prokuristin.

Die Todesanzeige

Am Montag fand sich die Todesanzeige in verschiedenen Medien.

Das Cafe Rofan

Mysteriös: Wen wollte die Bankerin hier treffen?

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Heinz S. aus Radfeld, der seit 25 Jahren als Polizist in der Polizeiinspektion Strass seinen Dienst versehen hat, soll „über Wochen, aber weniger als ein Jahr“, ein Vertrauensverhältnis zu Hechenleitner aufgebaut haben. Die 49-Jährige war das Herz der örtlichen Raika, seit mehr als 30 Jahren im Dienst und dort zuletzt Prokuristin. Als solche wollte Polizist Heinz S. von ihr vergangenen Donnerstag Gold kaufen, aber nicht in der Filiale. Untypisch zu ihrer sonstigen Art verließ Hechenleitner um 17 Uhr die Filiale mit dem Gold, war kurz bei ihrer Tochter zum Abendessen, ehe sie auf ihren Mörder traf.

Wie die Ermittlungen ergaben, hat der Pyrotechnik-Experte sie in ihrem Mercedes angegurtet und mit Chloroform betäubt. Dann zündete er eine Signalleuchte, um das Auto zu verbrennen – das scheiterte aber, weil die Fenster geschlossen waren. Hechenleitner starb an Erstickungstod.

Ins Visier der Ermittler geriet der Mann aus den eigenen Reihen am Wochenende. Eindeutige SMS vom Handy des Opfers an ein Wertkartenhandy von St. und Handypeilung brachte die Polizei auf seine Fährte. Montag wurde er verhaftet – und fünf Stunden lang einvernommen. „Er hat den Mord nicht zugegeben. Er gestand nur, dass er in letzter Zeit Chloroform gekauft hat“, sagt Landespolizeikommandant Helmut Tomac. Im Zuge der Einvernahme kam es auch noch zum brutalen Zwischenfall: Um 20.15 Uhr wollte St. flüchten, es kam zum Gerangel im Verhör-Zimmer, er schafft es auf die Straße. Mit der Waffe eines Beamten bedroht er seine Kollegen, kündigte dann Selbstmord an – er wurde gerade noch überwältigt. „Es ist ein großer Imageschaden für die Polizei“, sagt Tomac.

Erika H. wird am Mittwoch beerdigt.

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