Musiker zu Tode gefoltert

Grausamer Mord geklärt

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Musiker zu Tode gefoltert

Sieben Monate ließen Ermittler nicht locker. Jetzt haben sie den grausamen Mord an Ricardo Bennardo (57) mit drei Verhaftungen geklärt.

In Kino und Fernsehen dauert die Lösung von Mordrätseln nie länger als 100 Minuten. Die Praxis ist zäher, aber das Resultat dafür überzeugend.

In mehr als sieben Monaten Knochenarbeit haben niederösterreichische Ermittler unter Leitung von Chefinspektor Leopold Etz jetzt eines der brutalsten Blutverbrechen des Jahres geklärt: den Mord an dem 57-jährigen Musiker Ricardo Bennardo.

Drogen
Am 5. Mai wurde die entstellte Leiche des Altrockers, Bassist der Band „Wunderwerk“, von Straßenarbeitern in einem Graben im Höllental entdeckt. Die Kripo fand schnell heraus, dass das Mordopfer am Vorabend von drei Männern an einer Shell-Tankstelle in Wien-Donaustadt niedergeschlagen und in einen roten Fiat Marea gezerrt worden war. Und weil der Gitarrist eine Drogen-Vergangenheit hatte, schickte Kriminalist Etz seine Truppe auf Fährtensuche ins Milieu.

„Pech gehabt. Lasst die Leiche verschwinden.“
Die Spürnase lag goldrichtig. Denn seit Mittwoch sitzt der 53-jährige Wiener Berhard E. in Haft, der mit Rocker Bennardo früher Suchgiftgeschäfte machte. Der Verdächtige schweigt, wird aber von zwei Haschbrüdern belastet, die als seine Komplizen festgenommen wurden. Und Eduard H. (43) wie auch Patrik P. (26) gestehen, als hätten sie Sprechperlen geschluckt (für alle gilt die Unschuldsvermutung).

Erpressung
Ihre unfassbaren Angaben: Sei es, weil er alte Schulden eintreiben wollte oder bei Musiker Bennardo ein heimliches Vermögen vermutete – im Dezember des Vorjahres fasste Bernhard E. den Plan, den alten Bekannten in seine Gewalt zu bringen und zu erpressen. Für ihre Mithilfe versprach er Eduard H. und Patrik P. – die das Opfer bis zur Tat nicht kannten – „viel Geld“.

Die Verdächtigen spionierten aus, dass ihr Opfer seinen Wagen jeden Abend bei einer Tankstelle abstellte und dann zu Fuß nach Hause ging. Und am 4. Mai schlugen sie zu.

Erschlagen
Im Auto der Täter wurde Ricardo Bennardo gefesselt und in das Haus von Eduard H. nach Mannswörth gebracht. Dort prügelte am Dachboden Patrik P., ein Amateurboxer, „über längere Zeit auf den Oberkörper“ des wehrlosen Musikers ein. Weil der aber trotzdem keine Angaben über sein vermutetes Geldversteck machte, legte Bernhard E. mit Knie und Ellenbögen gegen den Kopf des Opfers nach. Die Attacke war tödlich.

Der mutmaßliche Mörder danach zu seinen Komplizen: „Pech gehabt. Lasst ihn verschwinden.“ Die fuhren mit der Leiche im Kofferraum ins Höllental.

Die Beschuldigten wurden in die JA Korneuburg eingeliefert.

Autor: W. Höllrigl
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