Nächste Gelsenwelle rollt an

Experten warnen

Nächste Gelsenwelle rollt an

Nachdem bezüglich der jüngsten Invasion der Überschwemmungsgelsen in vielen Gebieten Ostösterreichs das Schlimmste vorbei sein dürfte, sieht Zoologe und Gelsenexperte Bernhard Seidel schon die nächste Welle einer Stechmückenplage heranrollen. "In Gegenden mit immer noch hohem Grundwasserspiegel kommt es in Tümpeln und Wasseransammlungen jetzt zu sogenannten Sekundärbesiedelungen durch Hausgelsen der Gattung Culex und Fiebermücken der Gattung Anopheles", so Seidel.

Unterschiedliche Arten
Auch wenn die Mücken für den Laien nicht zu unterscheiden sind, haben Überschwemmungsgelsen und Hausgelsen völlig verschiedene Vermehrungsstrategien. So überdauern Überschwemmungsgelsen kalte und trockene Perioden - das können auch Jahre sein - als Eier im Boden von Feuchtgebieten. Etwa nach Hochwässern schlüpfen die Larven in den verbleibenden Tümpeln, es kommt innerhalb von Tagen bis Wochen zu Massenvermehrungen.

Hausgelsen dagegen überwintern als erwachsene Mücken. Sie bevorzugen - wie der Name schon sagt - menschliche Behausungen, Schuppen und Stadel. Im Frühjahr starten die Hausgelsen jeweils mit einer kleinen Population, die dann je nach Wettersituation im Laufe des Sommers mehr oder weniger anwächst. Nasses, warmes Wetter fördert die Entwicklung.

Experten warnen
"Nun haben wir die Situation, dass die Hausgelsen schon beträchtliche Populationen aufgebaut haben, die Mücken finden in den immer noch vorhandenen, überschwemmten Arealen ideale Kinderstuben", berichtete Seidel von seinen Exkursionen. Vor allem Larven von Culex-und Anopheles-Arten sind zu Myriaden in Tümpeln und Wasseransammlungen zu finden, teilweise sind die geflügelten Plagegeister schon geschlüpft.

Seidel warnt davor, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. "Gerade für die Hausgelsen gibt es auch in unseren Breiten immer wieder Berichte von durch die Mücken übertragene Krankheiten, man denke an das Amselsterben vor einigen Jahren (Usutu-Virus) oder Erkrankungen durch das West Nil Virus beim Menschen", so Seidel. Das West Nil Virus ist für Menschen nicht direkt lebensbedrohlich, es ruft Fieber, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellungen hervor. Bei älteren oder geschwächten Personen kann es auch zur Gehirnhautentzündung führen. Für einige Vogelarten ist das West Nil Virus dagegen eine tödliche Gefahr.

Auch Mediziner warnen immer wieder, dass bis dato als Probleme von tropischen Gegenden eingeschätzte Erkrankungen durch die Klimaveränderungen auch in unsere Breiten verstärkt vordringen könnten. Stechmücken gelten als sogenannte Vektoren, also Überträger, zahlreicher Erkrankungen. Etwa Malaria-Erreger werden über Fiebermücken verbreitet. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nur in Ausnahmefällen möglich.

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