Brandanschläge

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Neo-Nazis fackelten Bordelle ab

Straff organisiert, bewaffnet, gewalttätig und schwer kriminell: Die rechtsradikale Kameradschaft „Objekt 21“ baute in OÖ ein regelrechtes Mafiasystem auf. Schutzgelderpressungen, Drogen- und Waffenhandel, Geschäfte im Rotlichtmilieu – die Gruppe machte vor nichts Halt, um an Geld zu kommen. Schaden: 3,5 Mio. €. Die Nazis zwangen Bekannte zu Raubüberfällen und Einbrüchen und setzten Bordellbetreiber unter Druck, ihre Läden zu übergeben. Wer nicht spurte, bereute es zutiefst. So entführte die Bande einen Puffbetreiber aus Kirchdorf und malträtierte ihn mit einer Motorsäge. Zugleich flogen Brandsätze in sein Lokal. Ein Vorfall in Wien soll ebenso auf ihr Konto gehen – auf Auftrag (Kasten). Sonderermittler zerschlugen jetzt die Mafiazelle, verhafteten 24 Mitglieder. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Ermittler u. a. zehn Kilo Sprengstoff und Maschinengewehre. Es gilt die Unschuldsvermutung.

„Die verherrlichen ein
Verbrecher-Regime“

Doch das ist nur ein Kapitel in einem Krimi: Die Gruppe beschäftigte drei Jahre österreichische und deutsche Verfassungsschützer. Ins Rollen brachte die Causa ÖSTERREICH – deckte Juni 2010 ein internationales Neonazizentrum im Salzkammergut auf. Benannt nach der Adresse: „Objekt 21“.

Ein groteskes Detail jagte das nächste: Nicht nur, dass die Faschos ihren Treff als „Kulturverein“ anmeldeten. Besitzer ihrer Unterkunft war ausgerechnet der Vater von Stefan Ruzowitzky, oscarprämierter Regisseur des KZ-Films Die Fälscher. „Die verherrlichen ganz offen ein verbrecherisches Regime“, so der Senior Erich Ruzowitzky zu ÖSTERREICH. „Ich habe Angst.“

Konzerte mit namhaften Nazibands, Feiern germanischer Riten – der Treff erreichte Kultstatus, zog rechte Brut aus Österreich und Deutschland an. Nach der Enthüllung stürmte die Cobra das Zentrum, Vereinsverbot und ständige Polizeikontrollen folgten.

Die Kameradschaft schlüpfte bei einem Firmenbesitzer an der bayerischen Grenze unter – und knüpfte Kontakte zu den Hells Angels. „Rot und braun“, gemeinsam wollte man Macht und Geld. „Die horten Drogen, Waffen. Das nimmt gefährliche Ausmaße an“, so ein Ermittler Ende 2011. Die Truppe blieb unter Beobachtung, eine SOKO übernahm. Es erfolgte der Zugriff.

Wiener Puffkönig als Auftraggeber
Die Zerschlagung des rechtsradikalen Mafia-Netzwerkes brachte auch Rotlicht-König Alexander Gerhardinger zum Straucheln: Zwei der verhafteten Neonazis sollen ausgesagt haben, der Puffbetreiber hätte ihnen einen Auftrag zur Brandstiftung erteilt. „Ein klares Komplott aus der Unterwelt gegen meinen Mandanten“, meint Top-Anwalt Nikolaus Rast „Er hat damit nichts zu tun. Seine Mitbewerber wollen ihn loswerden.“

Laut den Ermittlern soll das jedoch andersherum gewesen sein: So habe Ger­hardinger, Boss des Sex-Tempels Goldentime, unliebsame Konkurrenz beseitigen lassen – durch die willfährigen Nazi-Gangster aus seinem Heimatbundesland OÖ.

Im Visier: der Sex-Klub Centaurus. Dieser brannte im Mai 2012 völlig nieder. Gerhardinger sitzt als möglicher Auftraggeber nun in U-Haft. Es gilt auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung.

Autor: (bom)
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