Neuerlicher Gewaltakt in Graz-Karlau

Messer-Attacke

© APA

Neuerlicher Gewaltakt in Graz-Karlau

Innerhalb von nur einer Woche ist es in der Justizanstalt Graz-Karlau zu drei Übergriffen von Häftlingen auf Wachebeamte gekommen: Am Aschermittwoch versuchte ein Georgier zwei russische Mithäftlinge mit einem Messer zu attackieren. Nachdem bereits vergangenen Donnerstag zwei alkoholisierte Insassen für Wirbel gesorgt hatten, hatte am Montag ein weiterer Gefangener auf einen Uniformierten eingeschlagen. Anstaltsleiter Franz Hochstrasser sprach von Personalmangel, der trotz voll besetzter Stellen durch die Abwesenheit von in Ausbildung befindlichen Kollegen bedingt sei.

Georgier ging auf Russen los
Der jüngste Zwischenfall passierte am Mittwoch gegen 7.30 Uhr, als ein georgischer Staatsangehöriger - begleitet von Beamten - auf dem Weg ins Freigelände war. Der 20-Jährige riss sich plötzlich los und holte sich ein vermutlich davor verstecktes Essbesteckmesser, dessen Klinge zugespitzt worden war, und ging auf zwei Russen los. In dem Moment konnten die Beamten den Georgier ergreifen und wieder unter Kontrolle bringen. Einer der einschreitenden Uniformierten wurde dabei am Knie verletzt. Er wurde zur ärztlichen Kontrolle ins Spital gebracht.

Bei dem Gewalttäter handle es sich laut Hochstrasser um eine "schwierige Persönlichkeit". Der Insasse sei schon von anderen Anstalten immer wieder wegen Zwischenfällen weitergereicht worden. Nun dürfte er wieder in ein anderes Gefängnis gebracht werden. Die Gründe für die Attacke seien vorerst nicht bekannt. Der Georgier wäre im kommenden Jahr entlassen worden.

Am Montag war ein anderer Häftling auf einen Justizbeamten losgegangen: Der Österreicher hatte um Einzelhaft angesucht, bekam jedoch wegen der vollen Belegung eine negative Rückmeldung. Als ihm ein Aufsichtsorgan die Nachricht überbrachte, attackierte der Insasse ihn und prügelte auf ihn ein. Zwei andere Häftlinge gingen dazwischen und drängten den Mann zurück in seine Zelle, so Hochstrasser. Der Justizwachebeamte war daraufhin einen Tag lang im Krankenstand.

Der Anstaltsleiter meinte, dass momentan durch "überraschend viele Pensionierungen" die Belegschaft knapp sei und noch nicht alle neuen Beamte die Ausbildung abgeschlossen hätten. Zudem würden derzeit viele schwierige Insassen in der Karlau ihre Haft absitzen.

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