Neusiedl heißer als Griechenland Neusiedl heißer als Griechenland

Rekord-Hitze

 

 

Neusiedl heißer als Griechenland

Es ist heißer als in Griechenland und der Türkei. Die ersten Straßen platzen auf. Während ein Teil der Österreicher die Sommerhitze mit Werten um 35 Grad zum Baden nützt, stöhnt der Rest beim Schweißbad in den Öffis oder am Arbeitsplatz. Die Wiener Rettung verzeichnet vor allem am Nachmittag ein Einsatzplus von bis zu 20 Prozent wegen Kreislaufproblemen und Beschwerden chronisch kranker oder älterer Patienten.

Extrem heiße und teilweise auch labile Luft liegt über weiten Teilen Europas. In Neusiedl am See, Pottschach oder St. Andrä im Lavanttal war es am Montag mit 35 Grad heißer als im griechischen Samos (34,6 Grad) oder im türkischen Izmir (34,4 Grad), so die ZAMG. Im italienischen Lignano wurden vergleichsweise "nur" 30,6 Grad gemessen. Zumindest bis Freitag sind laut aktuellen Prognosen 30 Grad und mehr zu erwarten.

Schüler und Lehrer kollabiert
Besonders leiden musste unter Sommerhitze eine 34-köpfige Schülergruppe des Stiftsgymnasium St. Paul im Lavanttal, die am 6. Juli aus Rom in einem ÖBB-Waggon mit ausgefallener Klimaanlage nach Hause reisten. Die hohen Temperaturen führten bei einem Schüler und einem Lehrer zum Kollaps. Die ÖBB retournierten den Fahrpreis, entschuldigten sich und rügten die italienische Staatsbahn, die den Waggon laut ÖBB sperren und die Passagiere umsetzen hätte müssen.

Das Wechseln in einen anderen Waggon - auch kostenfrei in die erste Klasse - sei bei einem Klimaanlagenausfall im Sommer Standard, betonte eine ÖBB-Sprecherin gegenüber der APA. "Im schlimmsten Fall muss man natürlich halten." So musste Dienstag früh ein um 8.20 Uhr in Wien gestarteter Railjet wegen einer defekten Klimaanlage in St. Pölten ausgetauscht werden bevor die Fahrt nach München fortgesetzt werden konnte.

Arbeit bringen die hohen Temperaturen vor allem für der Asfinag und den öffentlichen Verkehrsbetreiber, die ihre Anlagen verstärkt warten müssen: "Wir haben jetzt schon einige Hitzeschäden auf Betonflächen", erklärte Volker Höferl von der Asfinag am Dienstag. Betroffen waren bisher die Südautobahn (A2) bei Lieboch in der Steiermark, ein Teil der Strecke der Südosttangente (A23) sowie die Westautobahn (A1). Behinderungen für den Verkehr traten durch die teils einige Tage zurückliegenden Fahrbahnhebungen am Dienstag nicht mehr auf.

Am Nachmittag maß die Asfinag am Asphalt 49 Grad, am Beton 41 Grad. Bei anhaltenden Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, könne sich Beton auf über 50 Grad, Asphalt wegen seiner schwarzen Farbe auf bis zu 70 Grad erhitzen, erklärte Höferl. Während sich Betondecken ausdehnen und sich bei zu wenig Platz schon nach einigen Tagen um bis zu zwölf Zentimeter heben können, gibt Asphalt der Hitze erst nach einigen Wochen nach: Er wird weich und Fahrzeuge erzeugen tiefe Spurrinnen. Die ÖBB-Gleisanlagen lassen die Sommertemperaturen noch "kalt". Die Hitzeperiode sei noch zu kurz, um Gleisverwerfungen zu verursachen, so eine Sprecherin.

Dauereinsätze beschert die Hitze den ÖAMTC-Pannenfahrer, die seit 1. Juli 35.000 Mal ausrücken mussten. Viele Fahrzeuge gehen wegen defekter Batterien, streikender Kühlsysteme plus überhitzten Motoren ein. Die Sommermonate sind laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) auch die unfallträchtigsten. Von Juni bis September ereignen sich mehr als 40 Prozent aller Verkehrsunfälle. Hitze verschlechtere die Reaktion, mache die Lenker müde und vor allem im Stau oder beim Parkplatzsuchen aggressiv. Die Konzentrationsfähigkeit nehme bei 35 Grad um mehr als 20 Prozent ab, mahnte das KfV.

Aufpassen heißt es auch am Arbeitsplatz: Laut Arbeiterkammer Niederösterreich haben Mitarbeiter Ansprüche wie das Recht auf angemessene Temperaturen zwischen 19 und 25 Grad, Schatten und Trinkwasser. Klimaanlagen sind hingegen kein Muss und Hitzeurlaub ab 35 Grad ein Mythos.

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