1972–2015

"News"-Aufdecker Kurt Kuch ist tot

„Wir lassen uns das Feiern nicht nehmen, zumal der beste Teil unseres Lebens noch nicht vorbei ist“, twitterte Kurt Kuch noch zu Silvester.

Keine drei Tage später war es vorbei. Der Enthüllungsjournalist hat mit 42 Jahren seinen Kampf gegen den Krebs verloren.

Am 2. April war er mit der schockierenden Diagnose Lungenkrebs konfrontiert worden. Seit diesem Tag machte er seinen Kampf gegen die Krankheit öffentlich. Auf Facebook und Twitter schrieb er über seine Fortschritte und seine Rückschläge – und erreichte immer mehr Follower. „Ich kann nicht von allen Transparenz einfordern und mich selber ins Schneckenhaus zurückziehen“, erklärte er in einem Interview.

Seinen Kampf gegen den heimtückischen Tumor sah er auch als Warnung an alle vor dem Fehler seines Lebens: das Rauchen. 60 Zigaretten am Tag konsumierte der Workaholic, zuletzt engagierte er sich bei der Anti-Raucher-Kampagne „Don’t smoke“ (https://www.dontsmoke.at). In seinem Magazin News sagte er: „Dass ich die Tochter meiner heute 12-jährigen Tochter nicht mehr erleben würde, ihre Matura – dass ich bei allem nicht dabei sein würde, nur weil ich Trottel geglaubt habe, ich muss rauchen.“

Seit 1996 bei "News"
Kuch kam als junger engagierter Journalist 1996 zu News, arbeitete dort viele Jahre an der Seite des legendären Alfred Worm, lernte von ihm – und matchte sich mit ihm um den Rang des besten investigativen Journalisten des Landes. Zur Hochform lief Kuch in der Zeit von Schwarz-Blau auf. An der Aufklärung praktisch aller Skandale dieser Ära – von Telekom bis Hypo, von Buwog bis Eurofighter – war Kuch beteiligt. Sein Ansehen führte dazu, dass er in den kleinen Kreis internationaler Journalisten aufgenommen wurde, die Off­shore-Leaks-Dokumente veröffentlichen konnten.

Das ÖSTERREICH-Team verneigt sich vor einem großen Kollegen und Freund. Viele von uns hatten bei News die Ehre, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen.


Peter Pilz: "Er war der beste 
investigative Journalist"

"Der Kurtl war ein unfassbarer Kämpfer – sowohl gegen die Missstände in unserem Land als auch gegen seine eigene Krankheit – damit hat er vielen Mut gemacht. Außerdem war er einer der lebendigsten Menschen und besten Freunde, die ich kennenlernen durfte. Für mich war er der beste und erfolgreichste investigative Journalist. Wir haben von ihm unglaublich viel lernen können – über unser eigenes Land, aber auch, dass man sich wehren muss. Wir werden erst merken, wie sehr er uns fehlen wird," so der Grünen-Aufdecker Peter Pilz in seinem Nachruf für Kurt Kuch.

Auch der ehemalige News-Chefredakteur Peter Pelinka zeigt sich "unfassbar traurig" von der Nachricht:


Weitere Beileidsbekundungen auf Twitter finden Sie hier: #KurtKuch

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