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Nickelsdorf: 500 Flüchtlinge eingetroffen

Asyl-Drama

Nickelsdorf: 500 Flüchtlinge eingetroffen

Am ungarischen-österreichischen Grenzübergang Nickelsdorf sind seit Mitternacht rund 500 Flüchtlinge angekommen. "Derzeit werden sie in Bussen Richtung Wien gebracht", sagte Polizeisprecherin Alexandra Hareter am Samstagvormittag. Alle Unterkünfte in und um Nickelsdorf waren vorläufig frei.

"Unter den Ankommenden waren viele Kinder", sagte die Polizeisprecherin. "Die Menschen waren ziemlich erschöpft. Außerdem war es in der Nacht kalt. Da die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Rotem Kreuz wirklich hervorragend funktioniert, sind die Leute sehr schnell versorgt worden", berichtete Alexandra Hareter.

Mit wie vielen weiteren ankommenden Flüchtlingen zu rechnen sei, konnte die Sprecherin nicht sagen. "Die Informationen, die wir aus Ungarn bekommen, sind wie schon in den vergangenen Tagen sehr dürftig."

1.800 Flüchtlinge in Wien
Rund 1.800 Flüchtlinge haben die Nacht auf Samstag in Wien verbracht - 750 von ihnen in Notunterkünften auf West- und Hauptbahnhof. Die Zahl der Menschen, die in Wien um Asyl angesucht haben, war neuerlich sehr gering. Nach Anhaben der Polizei waren es am Freitag rund 60 Personen.

A4-Sperre aufgehoben
Die Sperre der A 4 Ost Autobahn im Bereich Grenzübergang Nickelsdorf ist seit kurz nach 5 Uhr aufgehoben. Der starke Menschenansturm im Grenzbereich machte die Sperre notwendig. Die Strecke ist somit auch in Richtung Wien wieder für den Verkehr offen. Die ASFINAG ersucht Autofahrer trotz der Aufhebung der Sperre in der Nähe des Grenzbereiches dringend weiterhin um erhöhte Vorsicht vor Personen auf der Fahrbahn.

Flüchtlingswelle
Am Freitag waren laut Polizei Burgenland 6.910 Flüchtling ein Nickelsdorf eingetroffen, am Donnerstag 7.956 Personen. Am Samstagmorgen lagen der Polizei noch keine Schätzungen der im Lauf des Tages zu erwarteten Flüchtlinge vor.

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland reißt indes nicht ab: Am gestrigen Freitag sind wieder 3.000 Flüchtlinge mit Bussen aus dem burgenländischen Nickelsdorf weggebracht worden, die Ostautobahn (A4) war zeitweise gesperrt. Während sich nun auch Slowenien auf einen Flüchtlingsstrom einstellt, wird in Deutschland das Eintreffen von 40.000 Flüchtlingen bis Sonntag erwartet.

Zwei weitere Züge
In Wien hielten sich am späteren Freitagnachmittag jeweils 300 Menschen auf Hauptbahnhof und Westbahnhof auf, wie die Polizei mitteilte. Die ÖBB hatten am Freitag neuerlich zwei Züge bereitgestellt, um den Flüchtlingen die Weiterfahrt nach Deutschland zu ermöglichen.

Ein Sonderzug mit mehr als 500 Flüchtlingen ist am Freitagabend in Berlin am Regionalbahnhof Flughafen Schönefeld eingetroffen. Der Zug kam direkt aus Salzburg, von Schönefeld aus sollten die Flüchtlinge mit Bussen direkt in die neuen Unterkünfte am Olympiapark gebracht werden, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mit.

Deutsche Grenzen bleiben offen
Auch in Bayern sollten über Nacht noch Züge mit Flüchtlingen aus Österreich ankommen. Dies bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei München. "Die Züge, die in der Nacht (auf Samstag, Anm.) planmäßig ankommen sollen, kommen an und werden nicht angehalten." Zuvor hatte am Wiener Hauptbahnhof das Gerücht die Runde gemacht, dass eine Schließung der deutschen Grenzen bevorstehen könnte. Auch der Polizei Burgenland war am Samstagmorgen nichts bekannt über eine mögliche Schließung der deutschen Grenzen: "Die Züge fahren noch."

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