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Oberhauser: So mutig ist unsere Ministerin

Kampf gegen Krebs

Oberhauser: So mutig ist unsere Ministerin

Kurz sind alle Augen auf sie gerichtet, als die Gesundheitsministerin gestern, Dienstag, den Saal für den Ministerrat betritt. Müde, aber lächelnd stellt sich Sabine Oberhauser den Fragen der Journalisten – und zeigt sich dabei mit Glatze. Als ob nichts wäre, referiert sie über Impfpläne und Masernfälle, Fragen über ­ihren Gesundheitszustand wischt sie zur Seite – die Therapie ist im Laufen, kommentiert sie lapidar.

Neues Facebook-Foto 
mit Lächeln und Glatze
Oberhauser (51) geht weiter tapfer mit ihrer Krebserkrankung um – und lässt wie bisher auch ihre Freunde und Interessierte auf ihrer Facebook-Seite an ihren Gedanken teilhaben.

So zeigt sie sich auf Facebook:

oberhauser_facebook.jpg
(c) Facebook/Sabine Oberhauser

Nach dem Ministerrat postet die Ministerin ein Foto von sich mit Glatze auf ihr Profil – mit einem breiten Lächeln, kein Zeichen von Sorge oder Schmerz zu sehen. In den Kommentaren erklärt sie auch, warum sie sich für die Glatze und gegen eine Perücke entschieden hat.

„Meine Haare haben begonnen am Freitag auszufallen – deprimierend – grauslich – ausgeliefert. Mit dem ,selber Hand anlegen‘ und sie abzurasieren, hab ich wieder die Herrschaft über mein Aussehen gewonnen.“

Zuspruch von Kollegen und Facebook-Freunden
Eine Entscheidung, die der tapferen Ministerin viel Zuspruch bringt. Ihre Kollegen in der Regierung unterstützen sie, auf Facebook gibt es mehr als 160 aufmunternde Kommentare, über 1.100 Menschen klicken auf „Gefällt mir“.

Eine davon ist Doris Kiefhaber, Geschäftsführerin der Krebshilfe Österreich. Für sie ist Oberhausers Verhalten ein „wichtiger Beitrag zur Enttabuisierung“.

VIDEO: Oberhauser als selbstlose Hunde-Schützerin

Video zum Thema Illegaler Welpenhandel wird bekämpft

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Interview mit Doris Kiefhaber von der Krebshilfe Österreich: "Dieser Schritt ist ein großes Vorbild"

ÖSTERREICH: Gesundheitsministerin Oberhauser steht in der Öffentlichkeit und trägt ihre Glatze als Folge der Chemotherapie. Was hat das für eine Bedeutung?
Doris Kiefhaber: Grundsätzlich ist es eine ganz persönliche Entscheidung von Patienten, ob sie eine Glatze tragen oder eine Perücke wollen. Früher hatten gerade Frauen aber praktisch keine Wahl und trugen immer eine Perücke, deshalb ist dieser Schritt ein großes Vorbild. Aber auch, weil sie immer betont hat, dass das ihre persönliche Entscheidung ist, das muss jede und jeder selbst für sich entscheiden.

ÖSTERREICH: Ist Krebs immer noch ein Tabu in der Gesellschaft?
Kiefhaber: Es gibt viele, die mit ihrer Krankheit nicht an die Öffentlichkeit gehen wollen, wie gesagt, es ist noch nicht so lange her, dass gerade Frauen praktisch keine andere Wahl hatten, als die Folgen der Chemotherapie unter einer Perücke zu verstecken.

ÖSTERREICH: Inwiefern hilft dann das öffentliche Bekenntnis von Politikern wie Sabine Oberhauser oder Barbara Prammer?
Kiefhaber: Sehr viel! Jeder Mensch, der in der Öffentlichkeit steht und sagt „Ja, ich habe Krebs“, trägt einen Teil zur Enttabuisierung der Krankheit bei.

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