Papa Achmet: Weihnachten mit Fünflingen

Stressiger Alltag

Papa Achmet: Weihnachten mit Fünflingen

Baby-Weihnacht. Eines ist jetzt schon sicher: Es wird kein ruhiges Weihnachtsfest für Achmet (30) und Tugbar Dür (26) aus Auersthal bei Wien. Neben Flascherl geben und Windeln wechseln wollen die Eltern des Fünflings-Wunders auch noch die gesamte Familie bekochen. „Wir haben alle zu uns eingeladen, das ist für uns leichter“, so Dür.
Das Weihnachtsbudget ist knapp: Es gibt keinen Christbaum, Geschenke nur für die Erstgeborene Asye (6).

ÖSTERREICH: Herr Dür, Sie und Ihre Frau sind zwar gläubige Moslems, feiern aber trotzdem Weihnachten. Warum?
Achmet Dür: Weil Jesus oder auch Moses in meiner Religion als Propheten anerkannt sind. Deswegen ist es unsere Pflicht, Jesus als Propheten zu respektieren, wie die anderen.

ÖSTERREICH: Wie läuft Weihnachten bei Ihnen ab?
Dür: Die gesamte Familie versammelt sich bei uns. Wir haben ein Festessen, dazwischen kümmern wir uns abwechselnd um die Fünflinge. Nach dem Essen werden die Geschenke für die Kinder aus dem Versteck im Schlafzimmer geholt und verteilt. Wir singen aber keine Weihnachtslieder. Nächstes Jahr wird es sicher noch schöner werden, weil die Kleinen dann schon eine Vorfreude auf die Geschenke haben werden.

ÖSTERREICH: Und gibt es einen Christbaum?
Dür: Nein, einen Christbaum gibt es bei uns nicht. Den könnten wir uns derzeit auch gar nicht leisten. Meine Frau und ich kommen mit meinem Verdienst (er ist Busfahrer in Wien, Anm.) jeden Monat gerade einmal durch. Die finanzielle Belastung mit Babynahrung und Kleidung ist enorm. Ich mache so viele Überstunden wie möglich, damit ich meine achtköpfige Familie erhalten kann.

ÖSTERREICH: Wie geht es den Fünflingen? Ist der Alltag schon ein wenig leichter geworden?
Dür: Die Nächte sind schon etwas ruhiger, aber zu mehr als drei Stunden Schlaf kommen meine Frau und ich trotzdem nicht. Aber alle fünf Mädchen sind gesund – das ist das Wichtigste.

ÖSTERREICH: Ihre Fünflinge sind nun neun Monate alt. Können sie schon krabbeln?
Dür: Durch die Frühgeburt sind die Mädchen natürlich noch nicht so weit entwickelt. Sie können sich nun selbstständig vom Rücken auf den Bauch drehen und wenn man sie aufsetzt, dann können sie selbstständig sitzen.

ÖSTERREICH: Im März werden die Fünflinge ein Jahr alt. Gibt es Pläne für den Geburtstag?
Dür: Ich würde gerne ein großes Fest organisieren, wo ich alle Ärzte und alle Krankenschwestern, die an der Geburt und der Betreuung in den ersten Wochen beteiligt waren, einlade. Damit möchte ich Danke sagen.

ÖSTERREICH: Nach der Geburt wurde Ihnen von vielen Seiten Unterstützung angeboten. Haben Sie welche bekommen?
Dür: Nur die Firma Hakle unterstützt uns mit den Pflegetüchern. Darüber sind wir sehr glücklich. Aber sonst bekommen wir keine Unterstützung.

Autor: (ida)
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