Pensionist erschlagen: 17 Jahre Haft

Kein Mord

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Pensionist erschlagen: 17 Jahre Haft

Der 52-jährige Wiener, dem vorgeworfen wurde, am 4. Februar 2006 in Wien-Döbling den 81 Jahre alten Kurt Z. mit einem Baseballschläger erschlagen und beraubt zu haben, ist am Donnerstagabend im Straflandesgericht im zweiten Anlauf schuldig gesprochen und zu 17 Jahren Haft verurteilt worden. Die Geschworenen verneinten zwar mit 6:2 Stimmen die Mordanklage, befanden den Mann aber einstimmig wegen schweren Raubes mit Todesfolge schuldig.

Bestreitet Täterschaft
Der Angeklagte hatte die Täterschaft bis zuletzt mit aller Entschiedenheit bestritten. "Ich bin Christ! Ich habe noch nie jemanden umgebracht oder beraubt. Daher bitte ich Sie, mich freizusprechen und mir ein weiteres normales Leben zu erlauben", hatte er in seinem Schlusswort gesagt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der 52-Jährige erbat Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab.

Der 52-Jährige war bereits zum zweiten Mal wegen des Überfalls auf den 81-Jährigen vor Geschworenen gestanden. Im Oktober 2007 wurde er mit 5:3 Stimmen vom Vorwurf des schweren Raubes mit Todesfolge freigesprochen. Im März 2009 ging allerdings seine Ex-Freundin zur Polizei, die bei der ersten Verhandlung ihrer Zeugenladung nicht nachgekommen war, und belastete den Notstandshilfebezieher massiv.

"Schau, da ist Geld"
Sie behauptete nunmehr, mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie der 52-Jährige mehrmals mit einem Baseballschläger auf den betagten Rentner einschlug und diesem im Anschluss eine Herrentasche wegnahm. Der 52-Jährige wurde daraufhin neuerlich in U-Haft genommen, die Staatsanwaltschaft bekam im Hinblick auf die neue Beweislage eine Wiederaufnahme des Verfahrens bewilligt.

Als vor knapp zwei Wochen der zweite Prozess startete, erläuterte die 36-jährige Frau dem Schwurgericht (Vorsitz: Ulrich Nachtlberger), sie habe am Abend des 4. Februar 2006 ihren damaligen Freund begleitet, als dieser in Döbling Autos aufbrechen wollte. Am Nussdorfer Platzl sei diesem der 81-Jährige aufgefallen. "Schau, da ist Geld", soll der Mann gesagt haben und dem Pensionisten gefolgt sein. In der menschenleeren Freihofgasse soll er dann diesem mit einem Baseballschläger mehrfach von hinten auf den Kopf geschlagen haben.

Auto von Totem verkauft
"Es war sehr laut. Ich konnte nach dem ersten Schlag nicht mehr hinschauen", erzählte die Zeugin. Ihrer Darstellung zufolge enthielt die Tasche neben 400 Euro ein Sparbuch über 102.000 Euro, den Personalausweis des 81-Jährigen und vor allem dessen Wohnungsschlüssel.

Mit dem Schlüssel soll sich der Angeklagte wenige Tage nach der Bluttat Zutritt in die Wohnung des Opfers verschafft haben. Der 52-Jährige nahm laut Anklage das Mobiltelefon des Rentners an sich und setzte sich in dessen Auto, das er anschließend inserierte und im Namen von Kurt Z. verkaufte.

"Die Frau lügt"
Wie schon im ersten Verfahren bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig. "Die Frau lügt", schwor der 52-Jährige. Er sei mit dieser niemals einbrechen gegangen und habe sich zum Tatzeitpunkt zu Hause befunden. Die Frau selbst - eine gebürtige Ungarin - wäre bei einer Geburtstagparty in ihrer Heimat gewesen.

Die Anschuldigungen erklärte er sich damit, dass ihn seine Ex-Freundin auf Jahre ins Gefängnis bringen wolle, um weiter in seiner Wohnung bleiben zu können: "Ich hab' sie nämlich rausgeschmissen, weil jedes Mal, wenn ich nach Hause gekommen bin, es dort einen Saustall gehabt hat." Außerdem habe ihm die Frau einen Computer und einen Fotoapparat gestohlen.

Kurt Z., den Passanten gegen 20.00 Uhr bewusstlos und blutüberströmt im Schnee liegend vorgefunden hatten, war drei Wochen nach dem Überfall infolge seiner schweren Kopfverletzungen gestorben. Der Täter hatte ihm einen doppelten Schädelbruch zugefügt.

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