Plus 10 %: Rekord 
bei Schönheits-OPs

Trotz Silikon-Skandal

Plus 10 %: Rekord 
bei Schönheits-OPs

Schönheit ist das beste Business: Im Vorjahr wurden 3,8 Milliarden Euro umgesetzt.
Paris. Kaum zu glauben: Die ganze Welt spricht über die gefährlichen PIP-Implantate, die im schlimmsten Fall Krebs verursachen können, aber immer mehr Menschen melden sich für Schönheitsoperationen an. Das zeigt eine neue Studie, die in Frankreich vorgestellt wurde.

Unglaublich: Im Vorjahr wurden weltweit 3,8 Milliarden Euro mit Brustvergrößerungen, Botox-Spritzen und Nasen-OPs verdient. Im Vergleich zu 2010 ergibt das ein Plus von 10,1 Prozent. Weltweit haben bereits 20 Millionen Frauen falsche Brüste – sogar die Studienautoren waren überrascht.

Die großen Märkte für die Chirurgen sind Asien, Nord- und Lateinamerika. In Europa wächst die Branche mit der falschen Schönheit ‚nur‘ langsam mit einem Plus von fünf Prozent. Der Umsatz betrug im Vorjahr 940 Millionen Euro.

Der Boom ist lange nicht zu Ende: Heuer soll die Branche gleich um 11,2 Prozent wachsen.
 

Silikon-Pfusch: "Über 100 OP-Opfer"

500.000 Frauen haben weltweit das giftige Silikon im Körper. In Österreich wurde es in 60 Fällen bereits entfernt, viele sind immer noch gefährdet.

Der Skandal um die giftigen Busen-Implantate des französischen Herstellers PIP versorgt den Wiener Arzt Thomas Aigner mit einem Mega-Ansturm an Kunden: „Gemeldet haben sich 60 österreichische Frauen, die sich das Implantat wieder herausnehmen lassen wollen, die Hälfte habe ich bereits operiert.“

Der Ansturm auf die Praxis von Dr. Aigner wird lange nicht aufhören: „Ich schätze, es gibt mehr als 100 Frauen mit PIP-Implantaten, die sie entfernen wollen.“

Seit Bekanntwerden der vielen Risiken durch das Industriesilikon (es platzt leicht, führt zu Entzündungen) entfernt der Plastische Chirurg zwei Mal pro Woche giftige Brust-Erweiterungen. Der Arzt bietet den Opfern die OP seit einem Monat kostenlos an. „Alle Frauen, die zu mir kommen, haben sich die Implantate im Ausland machen lassen“, erklärt Aigner. In einigen Fällen begann das Billigsilikon im Körper bereits zu reagieren: „Ich habe schon kaputte Implantate herausoperiert, es gab bereits Entzündungsreaktionen.“

Produzent wurde wegen fahrlässiger Tötung verhaftet
Jean-Claude Mas (72), der Produzent der giftigen Ware, wurde am Donnerstag in Frankreich festgenommen. Begründung: fahrlässige Tötung. Fast einen Monat lang waren die Behörden hinter ihm her. Weltweit sollen bis zu 500.000 Frauen sein Skandalprodukt im Körper tragen.

Völlig überraschend wurde Mas wenige Stunden nach der Festnahme wieder freigelassen (gegen eine Kaution von 100.000 Euro). Die ­Polizei meinte, der Franzose beantwortete „Hunderte Fragen, er war kooperativ“.

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