Polizei jagt irren U-Bahn-Schubser Polizei jagt irren U-Bahn-Schubser

Drama in Wien

© Kernmayer/ÖSTERREICH-Grafik

 

Polizei jagt irren U-Bahn-Schubser

Es ist Donnerstagabend, 18.40 Uhr, in der Wiener Innenstadt: Sorglos schlendert Roland M. (36) in der Wiener U-Bahn-Station Schwedenplatz am Bahngleis entlang. Es ist einer der ersten Sommertage des Jahres, die Temperaturen sind warm, die Menschen entspannt.

Doch dann passiert das Unfassbare: Wie aus dem Nichts tritt plötzlich ein Unbekannter hinter den 36-jährigen Angestellten und während alle anderen Passagiere auf die U-Bahn nach Leopoldau warten, gibt er Roland M. völlig unerwartet einen Stoß.

Kopfüber auf die Schienen
Und so beginnt das Drama: Der gebürtige Südtiroler, der seit Jahren in Wien lebt, kann das Gleichgewicht nicht mehr halten. Vom Bahnsteig aus fällt er kopfüber auf die Schienen. Beim Aufprall bricht er sich nicht nur das Nasenbein, sondern trägt Quetschwunden im Gesicht sowie eine Gehirnerschütterung davon.

Doch es könnte noch schlimmer kommen, denn: Die U1 nach Leopoldau könnte jede Minute einfahren und Roland M. einfach überrollen. Auf den Gleisen liegend schwebt er in akuter Lebensgefahr.

Täter flieht unerkannt mit der Straßenbahnlinie 31
Dass der herzkranke 36-Jährige noch am Leben ist, verdankt er nicht nur einem Wunder, sondern auch den anderen Passagieren. Diese nämlich reagieren völlig geistesgegenwärtig: Während der Täter unerkannt vom Bahnsteig flieht, springen zwei Männer Roland M. hinterher und bergen ihn von den Gleisen. Andere betätigen währenddessen den Zug-Notstopp und verhindern so das Einfahren der U1. „Gut, dass sie wussten, dass es in jeder Station so etwas gibt und sie ihn auch aktiviert haben. So konnte wahrscheinlich ein größeres Unglück verhindert werden“, so Answer Lang von den Wiener Linien.

Opfer hat erst seit einem Jahr neues Herz

Der gemeine Anschlag traf den 36-jährigen Roland M. völlig unvorbereitet – und hätte nur durch den Schreck (auch ohne Sturz auf die Gleise) bei ihm ganz schlimme Folgen haben können.

Denn der Versicherungskaufmann ist herztransplantiert und hat erst im Vorjahr das lebensrettende neue Organ bekommen. Bis im Vorjahr war Roland M. auch im Vorstand des Verbands österreichischer Herz- und Lungentransplantierter; doch mit der eigenen Operation wurde ihm die Vereinsarbeit dann doch zu viel und er schied vom Leitungsteam aus.

ÖSTERREICH sprach am Freitag mit einer guten Bekannten des U-Bahn-Opfers: „Jössas, darf denn das wahr sein! Jede Aufregung ist für den Roland eine extreme Belastung. Außerdem ist er immungeschwächt, deshalb birgt jeder Krankenhausaufenthalt ein Infektionsrisiko.“

Roland M. wurde nach dem Sturz auf die U-Bahn-Schienen schwer verletzt auf die Unfallchirurgie des AKH gebracht. Er erlitt bei der brutalen Attacke eine Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch, eine Ellbogenfraktur sowie Rissquetschwunden im Gesicht, die genäht werden mussten. Der 36-Jährige erhielt bereits Besuch von seinen Freunden, er ist ansprechbar, geschockt, aber zuversichtlich, das Trauma schnell zu verarbeiten.

Mit Hochdruck fahndete die Polizei jetzt nach dem 30- bis 35-jährigen, athletischen Täter mit braunen Haaren. Nach Augenzeugenberichten stieg er am Schwedenplatz erst in die Straßenbahnlinie 31 und verließ sie bei der U6-Station Jägerstraße wieder. Roland M. kuriert derzeit seine Verletzungen in einer Wiener Klinik aus.

Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefon-Nr.: 01-31310/62800.

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