Schock in Innsbruck
Prinz Friso: Wacht er nie mehr auf?
Ärzte sind sich nicht sicher, ob Johan Friso je wieder aufwachen wird.
Die Prognose von Wolfgang Koller, Leiter der traumatologischen Intensivstation an der Innsbrucker Klinik, war niederschmetternd: „Es kann derzeit nicht gesagt werden, ob der Patient jemals wieder das Bewusstsein erlangen wird“, sagte der Arzt: „Die neurologische Behandlung kann Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen. Die königliche Familie wird eine Einrichtung für die Rehabilitation suchen.“
Prinz Friso: Nie mehr die beiden Töchter umarmen
Im Klartext bedeutet das: Prinz Friso wird nie mehr, wie er war. Er liegt im Koma. Apallisches Syndrom: „Bei derart ausgeprägten Verletzungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient wieder gesund wird, gleich null“, bestätigt auch Johann Donis, Neurologe und Obmann des Vereins für Wachkoma-Patienten.
Schlimmer hätte es für Friso, seine Frau Mabel, seine beiden Töchter Zaria, 5, und Luana, 6, sowie die gesamte Königsfamilie nicht kommen können. Holland steht unter Schock, weint mit den Royals.
Gezeichnet, die Augen hinter dicken Brillen versteckt, mit gebeugtem Schritt – so kam die Familie in die Klinik. Königin Beatrix, 76, wie versteinert, stützte ihre Schwiegertochter Mabel, 43. Prinz Willem-Alexander, 45, Frisos älterer Bruder und Thronfolger, sowie Constantijn, der Jüngste, hielten sie.

Prinz Friso befindet sich in einem schlafähnlichen Zustand. Körperlich wirkt er völlig unverletzt. Er kann nicht sprechen, nicht schlucken, hat Lähmungen. Selbst ob Friso jemals wieder über elementare Empfindungen verfügen, ein verdecktes, internes Wahrnehmungsvermögen haben wird, kann niemand sagen.
Sein Herz stand 50 Minuten lang still – zu lang
Der Prinz lag nur 40 Zentimeter tief, als sie ihn aus der Lawine in Lech am Arlberg zogen. Aber sein Herz stand still. 50 Minuten lang. „50 Minuten Reanimation ist lang, zu lang“, sagt Arzt Koller. Neurologe Donis ergänzt: „Fünf bis maximal zehn Minuten sollte diese Phase dauern. Alles was länger dauert, schädigt das Hirn."
In diesen 50 Minuten ist der Prinz nicht mit Sauerstoff versorgt worden. Sein Hirn hat dadurch massiven Schaden genommen. Das hat eine Magnetresonanz-Tomografie gezeigt.
Eine Woche lang haben die Ärzte darauf gehofft, dass die Unterkühlung des Patienten (32 Grad) zu einem gewissen Schutz des Gehirns beigetragen haben könnte: „Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt“”, schloss Koller.
Wie lange Friso noch in Innsbruck bleiben wird, ist offen
Wahrscheinlich wird ihn seine Familie aber bald heim in die Niederlande fliegen, oder nach England: „Ein Patient, der künstlich beatmet wird, kann geflogen werden“, sagt Arzt Donis.
Außerdem benötigen Menschen im Koma für ihre Entwicklung einen spürbaren, körpernahen Kontakt zu ihrem Umfeld. Vielleicht kann Friso irgendwann wieder seine Kinder hören, den Händedruck seiner Frau spüren, aus seiner Traumwelt phasenweise in die Realität zurückkehren.
Auch in Lech löste die Nachricht aus der Klinik einen Schock aus. Bürgermeister Ludwig Muxl: „Wir beten für die Familie und hoffen auf ein Wunder.“
Arzt: "Die völlige Heilung ist quasi unmöglich"
ÖSTERREICH: Herr Doktor, Sie sind Präsident der österreichischen Wach-Koma-Gesellschaft. Wird Prinz Friso je wieder aufwachen?
Johann Donis: Sein Gehirn war 50 Minuten ohne Sauerstoff. Das ist viel länger als die tolerierbaren fünf bis zehn Minuten. Das heißt, dass es zu einer Schädigung der Gehirnrinde gekommen ist. Sie ist ein wesentlicher Teil des Funktionssystems für unsere bewusste Wahrnehmung, für die Fähigkeit, zu kommunizieren.
ÖSTERREICH: Könnte Prinz Friso jemals wieder gesund werden?
Donis: Vom zeitlichen Ablauf wird sich der Patient in einem Zustand des prolongierten Komas befinden. Das kann später in ein Wachkoma übergehen und das kann Wochen, Monate oder auch Jahre dauern. Eine Sauerstoff-Unterversorgung hat eine ungünstigere Diagnose als ein Schädel-Hirntrauma bei einem Sturz oder Verkehrsunfall.
ÖSTERREICH: Gibt es Hoffnung auf ein Wunder?
Donis: Dass jemand mit einer derartigen Schädigung eine vollkommene Heilung erleben kann, ist quasi unmöglich. Nur jeder achte Betroffene wird später zumindest mit beträchtlichen Behinderungen sprechfähig.
ÖSTERREICH: Wie kann der Prinz behandelt werden?
Donis: Je früher er intensiv behandelt wird, desto günstiger die Prognose. Es gibt Zentren, die sich auf Rehabilitation von solchen Schädigungen spezialisiert haben. Man wird jetzt schauen, dass Friso transportfähig wird.
ÖSTERREICH: Kann man Friso also transportieren?
Donis: Sie können einen beatmeten Intensivpatienten quer durch Europa fliegen. Das würde auch hier gehen, wenn es keine Komplikation gibt.
ÖSTERREICH: Können Koma-Patienten schlucken?
Donis: Nein, fehlendes Bewusstsein macht ein bewusstes Schlucken unmöglich.
ÖSTERREICH: Wie viele Wachkoma-Patienten gibt es bei uns?
Donis: Wir haben 800 bis 1.000 Patienten, von denen in etwa 400 in stationärer Behandlung sind. Der Bürgermeister von Spitz, der vergiftet wurde, ist auch ein Wachkoma-Fall.
Karl Wendl
Nächste Seite: Der Live-Ticker zum Nachlesen:



Zuerst wünsche ich Ihnen viel Kraft für die Pflege Ihres Ehemannes. Ich weiss, was das bedeutet.
Allerdings möchte ich Sie fragen, ob dieser Zwischenfall in den Medien stand. Hat Ihr Mann die besten Behandlungsmöglichkeiten erhalten? Bekommen Sie jegliche Hilfe und Unterstützung? Wenn nicht, dann wissen wir, was Altösterreicher den Politikern wert sind.
Wir alle müssen nur unsere Wahrnehmungen anders deffinieren!
"tja, wenn der hergott net will, nutzt das gar nix...."es hat wohl so sein sollen- wir wissen es nicht, warum!
aber....wer weiß ob nicht der tod, das leben- und das leben, der tod ist....
Obwohl ja die "richtig" Bestraften die Familie ist. Ich wünsche der königlichen Familie viel Kraft und dass sie irgenwann mal wieder lachen können! Die Holländischen Royals sind mir die Sympatischsten!
Ruhe in Frieden kleine, Julia
Und hoeffentlich wird alles gut mit dem Friso. "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist"