Prokop:

ÖSTERREICH-Interview

Prokop: "Ich weine seit zwei Tagen"

Die wildeste parlamentarische Anfrage des Jahres bringt derzeit die Innenpolitik in Wallung. Nach dem ÖSTERREICH-Bericht über die Anfrage der FPÖ, den Tod von Ex-Innenministerin Liese Prokop betreffend, hagelte es am Montag bereits Kritik seitens der ÖVP. Es sei „pietätlos“, dieses tragische Unglück vom Silvesterabend 2006 fünf Jahre danach in solch infamer Weise wieder aufzurollen. Die fünf FPÖ-Mandatare, ­federführend Dagmar Belakowitsch-Jenewein, hatten gefragt, ob es „Hinweise auf Fremdverschulden“ gab, ob das „Blut von Prokop auf erhöhte Alkoholwerte untersucht“ wurde, und begründeten die Fragen mit „Gerüchten, die zur Rettungsfahrt“ kursieren würden.

HC Strache rudert zurück
In ÖSTERREICH meldet sich nun jener Mann zu Wort, den diese Debatte wohl am härtesten trifft: der Witwer Gunnar Prokop (71). „Mir geht es wirklich nicht gut, das ist so eine Frechheit der Liese gegenüber“, versucht er seinen Schmerz in Worte zu fassen (siehe Interview).

Und angesichts des Schadens distanziert sich nun sogar FP-Chef HC Strache von seinen Mandataren. Er selbst habe den „Antrag inhaltlich nicht gänzlich nachvollziehen können“.

ÖSTERREICH: Die FPÖ versucht mit einer Anfrage, den Tod Ihrer verstorbenen Ehefrau wieder aufzurollen. Was empfinden Sie dabei?
Gunnar Prokop:
Also grundsätzlich ist das so unglaublich pietätlos, dass mir die Luft wegbleibt. Dass man fünf Jahre, nachdem das passiert ist, alle Wunden wieder aufreißt, tut mir sehr weh. Es geht mir wirklich nicht gut – seit zwei Tagen kann ich nur noch weinen in der Nacht, weil alles wieder da ist …

ÖSTERREICH: Es wird auch von möglichem Fremdverschulden gesprochen …
Prokop:
Das ist doch eine Frechheit. Die Rettung ist direkt neben meinem Haus, wir sind dem Notarzt entgegengefahren und in St. Pölten wurde die Liese noch notoperiert. Aber es war ein Aorta-Riss neben dem Herzen. Ein Chirurg hat gesagt, so etwas dauert in Wahrheit nur 100 Sekunden.

ÖSTERREICH: Haben Sie eine Erklärung, warum es diese Anfrage gibt?
Prokop:
Die wollen der Rettung ans Bein pinkeln – aber die sollen das bitte ohne meine Liese machen. Das tut mir weh!

Autor: (hab, knd)
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