Prozess: Zwölfjähriger sollte Sex-Date filmen

Wien

Prozess: Zwölfjähriger sollte Sex-Date filmen

Ein zweifacher Familienvater ist am Dienstag u.a. wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger vor Gericht gestanden. Der Mann soll vor zwei Jahren seiner damaligen Freundin gegen Geld Männer mitgebracht haben, damit sie mit ihnen schläft und er heimlich zuschauen kann. Er soll laut Anklage einmal auch einen zwölfjährigen Buben zum Sex-Date mitgebracht haben. Er wurde freigesprochen.

Racheaktion
Der 41-Jährige zeigte sich vor Gericht entsetzt über die gegen erhobenen Vorwürfe. Laut Staatsanwaltschaft wurde er jedoch von dem Buben, der ihn bei der Polizei eindeutig wiedererkannte, sowie von seiner Ex-Freundin schwer belastet. Zudem wurden Facebook-Chats und SMS sichergestellt, die das Sex-Date belegen sollen. "Ich habe nie, nie jemanden geschickt", sagte er vor Richterin Petra Poschalko. "Ich bin in der Beziehung ein normaler Mensch. Das hab ich definitiv nicht gemacht", sagte er, gab dann aber doch zu, einmal seine damalige Freundin beim Sex mit einem anderen Mann beobachtet zu haben. Aber er glaube eher an eine Racheaktion der Frau, nachdem der Kontakt abgebrochen sei.

Für den 41-Jährigen habe es sich um ein rein sexuelles Verhältnis gehandelt, eine Beziehung mit der Frau habe nicht geklappt. Die beiden kennen einander seit 15 Jahren, in der Zeit habe er der Frau immer wieder Geld geborgt, wenn sie eines benötigte.

Angst
In ihrer Zeugeneinvernahme machte die Frau jedoch plötzlich völlig andere Angaben als noch bei der Polizei. Die Anschuldigen gegen den 41-Jährigen würden nicht stimmen. Erst als der Staatsanwalt beantragte, dass die Frau in Abwesenheit des Angeklagten einvernommen wird, bestätigte sie die Vorwürfe in der Anklage. Sie gab an, Angst zu haben, weil der Beschuldigte in der Nacht vor dem Prozess bei ihrer Wohnung aufgetaucht war.

Der 41-Jährige habe den Buben am Schulweg angesprochen und nach mehreren Treffen zu dem Sex-Date aufgefordert. Der Gymnasiast läutete daraufhin bei der Frau und sagte, dass er von dem Beschuldigten geschickt worden sei, um mit ihr Sex zu haben. Er wurde auch aufgefordert, dabei ein "perverses Sexvideo" zu drehen, wie er bei der Polizei aussagte.

Zweifel an den Aussagen
Dennoch hegte Richterin Poschalko an den Aussagen der Frau sowie des mittlerweile 14-jährigen Burschen, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, Zweifel und sprach den Mann frei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft legte Nichtigkeitsbeschwerde ein.

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