Pseudo-Ecstasy in Österreich im Umlauf

Ärzte warnen

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Pseudo-Ecstasy in Österreich im Umlauf

Erstmals seit neun Jahren ist in der österreichischen Drogenszene wieder die Ecstasy ähnliche Pille PMA (Paramethoxyamphetamin) aufgetaucht, die im Jahr 2000 in Krems ein männliches Todesopfer gefordert hat. Das Wiener Drogen-Kompetenzzentrums "ChEcK iT!" gab daraufhin am Mittwoch eine Warnung für die Szene aus.

Kaum unterscheidbar
Die Tabletten unterscheiden sich von Ecstasy (Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin oder kurz MDMA) in Aussehen und Form kaum. Bei gleicher Dosierung ist PMA aber sehr viel toxischer als Ecstasy und kann aufgrund seiner langsameren Wirkung bei riskantem Konsum schnell überdosiert werden, warnte Rainer Schmid, Toxikologe am Wiener AKH.

Während die Wirkung von Ecstasy bereits nach einer halben Stunde einsetzt, steigen nach der Einnahme von PMA Blutdruck und Körpertemperatur erst nach etwa einer Stunde an. Da Konsumenten nicht wissen, dass sie PMA und kein Ecstasy nehmen, "werfen" sich oftmals eine weitere Tablette "nach", sagte Schmid. Dieser Irrtum kann dann lebensgefährlich sein. Bereits zwei Pillen können zu einer lebensbedrohlichen Überhitzung des Körpers, Ansteigen des Blutdrucks und damit zu multiplen Organversagen führen. "Daher muss massiv davor gewarnt werden", so der Mediziner.

Konsum kann zum Tod führen
Weltweit sind bereits mehrere Menschen an PMA gestorben, "obwohl die Droge nicht so verbreitet ist", sagte Schmid. Im Jahr 2000 kam ein 17-jähriger Jugendlicher aus Krems ums Leben.

Bereits im Jänner diesen Jahres hat die Polizei in Bremen vor Ecstasy-Pillen gewarnt, die statt MDMA den Wirkstoff PMA enthielten. "Seit dem Wochenende haben auch wir zwei positive Proben", sagte Roland Reithofer, Leiter der Wiener Drogenberatungsstelle "ChEckiT" zur APA. Aufgetaucht ist die erste Pille am 4. Juli auf einem Techno-Event in der Umgebung von Wien.

Die Gründe für das Wiederauftauchen von PMA sind für Schmid nicht weiter verwunderlich. "Wir sehen in den letzten Jahren kaum echtes Ecstasy", meinte er. Die Ursache dafür sieht er darin, dass man international massiv versucht habe die Produktion von Ecstasy zurückzudrängen. Die Pillen, die vor zehn Jahren aus Holland kamen, waren sauber und nach gewissen Standards produziert. Nun verlagert sich die Herstellung zunehmend in die Ukraine oder Weißrussland, wo die Standards völlig andere sind. Die Produzenten wüssten zwar, was sie herstellen, die Konsequenzen seien ihnen aber oft nicht klar. Abgesehen davon sei es in der Drogenszene schwierig "von einer Ethik zu sprechen", meinte Schmid.

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