Rätsel um Koma-Mädchen

Am Bahnsteig

© TZ Österreich (Fally)

Rätsel um Koma-Mädchen

Ein rätselhafter Vorfall am Bahnhof Loosdorf beschäftigt die Polizei in NÖ. Am Bahnsteig lag ein schwer verletztes Mädchen.

Ursache unbekannt
Mysteriös und rätselhaft ist das Schicksal der 16-jährigen Carina L. aus Pöchlarn. Am Samstag um 8.34 Uhr liegt sie plötzlich bewusstlos und aus Nase und Ohren blutend am Bahnsteig 1 des Bahnhofs Loosdorf. Entdeckt wird das schwer verletzte Mädchen von einem Fahrgast, der zufällig aus dem Fenster des wieder anfahrenden REX 1617 schaut und sofort den Schaffner verständigt. Der informiert die Fahrdienstleitung, um exakt 9 Uhr treffen die Rettungskräfte aus Melk ein. Carina L. wird ins Landeskrankenhaus St. Pölten gebracht. Sie hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, wird zweimal notoperiert und liegt seitdem im Koma.

Verbrechen nicht ausgeschlossen
Seither laufen die Erhebungen auf Hochtouren. Revierinspektor Roland Zimmerl vom Polizeiposten Loosdorf: "Wir schließen nichts aus. Vermutlich war es ein Unfall, aber auch ein Verbrechen wäre möglich.“ Handy und Wertsachen wurden gefunden.

Was geschah in 2 Minuten? Carinas Tagesablauf wurde minutiös nachrecherchiert. Sie fährt am Samstag um 7.30 mit dem Moped von ihrer Wohnung in Pöchlarn zum Bahnhof – laut Polizei ist sie dort noch quietschvergnügt und begrüßt Bekannte – steigt um 8.20 Uhr in den Zug nach Loosdorf und kommt um 8.31 Uhr dort an. Und dann klafft eine Lücke von eineinhalb bis zwei Minuten. Zeugen sagen aus, dass das Mädchen noch gesund und munter ausgestiegen ist. Dann fährt die Zuggarnitur los, um 8.34 Uhr liegt der Lehrling bewusstlos am Bahnsteig. Viele Fragen für die Ermittler: War es ein Unfall? Hatte Carina einen Kollaps? Oder war es doch ein Verbrechen?

Keine Eltern
Carina hat trotz ihrer Jugend kein leichtes Leben hinter sich. Der Vater verlässt die Familie, vor drei Jahren stirbt ihre Mutter an Krebs. Seitdem lebt sie bei ihrer Schwester in Pöchlarn. Im Frühjahr beginnt sie eine Lehre als Koch/Kellner im Gasthaus Hofmann in Loosdorf. Chefin Angelika Hofmann: "Ich kann es noch gar nicht fassen, Carina war immer fleißig und fröhlich."

 

Roland Zimmerl – der Revierinspektor fand das Mädchen:

ÖSTERREICH: Herr Revierinspektor, wie haben Sie Carina am Bahnsteig vorgefunden?
Roland ZIMMERL: Das Mädchen lag bewusstlos am Bahnsteig und blutete aus Nase und Ohren.

ÖSTERREICH: Wie stark verletzt ist Carina?
ZIMMERL: Carina wurde sofort ins Spital nach St. Pölten gebracht. Sie hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und musste zweimal notoperiert werden.

ÖSTERREICH: Hat sie Überlebenschancen?
ZIMMERL: Das können nur die Ärzte beantworten. Im Moment liegt sie im Koma. Die Aufwachphase kann bis zu drei Monate dauern.

ÖSTERREICH: Sollte Carina aufwachen, hoffen Sie sicher auf Antworten, was am Samstagmorgen am Bahnsteig in Loosdorf passiert ist?
ZIMMERL: Hoffen muss man immer. Doch ich fürchte, Carina wird sich aufgrund der Schwere ihrer Verletzung an nichts mehr erinnern können.

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