Räuber erstatten Mordanzeige

Nach Überfall

© LKA NÖ

Räuber erstatten Mordanzeige

Ein skurriler Lokalaugenschein verschaffte den Bankraub-Brüdern Christian (23) und Alexander L. (26) Dienstag für ein paar Stunden Frischluft. Unter starker Polizeibewachung wurden die beiden U-Häftlinge um 17.30 Uhr zur Raika in Blindenmarkt gebracht, um dort einen Schusswechsel nachzustellen, der in die Kriminalgeschichte eingehen wird. Denn erstmals haben Räuber einen Banken-Bewacher wegen Mordversuches angezeigt.

Showdown
Die Vorgeschichte: Anfang Dezember haben die Brüder, denen auch andere Raubzüge angelastet werden, das Geldinstitut in Blindenmarkt überfallen. Als Christian L. dann mit etwa 35.000 Euro Beute zum Fluchtauto lief, in dem Komplize Alexander wartete, wurde er von Security Andreas G. unter Feuer genommen – und in den Rücken getroffen. Der Schwerverletzte schaffte es noch auf den Beifahrersitz. Prompt ballerte der Bewacher noch zweimal auf den Wagen der Gangster.

Widersprüche
„Wir wollten nur weg und haben den Mann nicht bedroht“, so die Version der Brüder L.: „Er schoss nicht in Notwehr, sondern wollte uns töten.“ Wachmann Andreas G., ein Ex-Polizist, indes behauptet: „Der Räuber schoss zuerst, ich musste mich schützen.“ Und: „Die Gangster sind direkt auf mich zugefahren – da habe ich auf den Motorblock gezielt.“

Der Lokalaugenschein mit Sachverständigen dauerte bis 20 Uhr. Von den Gutachten wird abhängen, ob Anwältin Irmtraud Oraz, die das Brüderpaar verteidigt, recht behält: „Wir leben nicht im Wilden Westen. Der Privatsheriff gehört vor Gericht.“

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