Schaden an evakuiertem Haus erhoben

Mieter zurück

© APA / HERBERT PFARRHOFER

Schaden an evakuiertem Haus erhoben

Einen Tag, nachdem die Mieter des zunächst evakuierten Hauses in Wien-Leopoldstadt wieder in ihre Wohnungen zurück konnten, sind am Dienstag von Wiener Wohnen die Schäden in der Machstraße erhoben worden. Seit 7.00 Uhr waren die Mitarbeiter der Stadt Wien unterwegs, um sich eventuelle Risse oder verzogene Fenster und Türen anzusehen, sagte Hanno Csisinko, Sprecher von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (S). Zeitgleich werde die Grube in der benachbarten Baustelle beobachtet, damit es zu keiner erneuten Senkung kommt, sagte der zuständige Permanenzingenieur der Stadt Wien. Bis auf weiteres darf dort nicht mehr gebaut werden.

96 Wohnungen geräumt
Am Pfingstsonntag waren 96 Wohnungen wegen plötzlich aufgetretener Risse im Mauerwerk der Obergeschoße geräumt worden. Mehrere Parteien hatten die Vorfälle gemeldet. Die Feuerwehr stieß bei ihrer Erkundung auch auf Türen, die sich plötzlich nicht mehr vollständig schließen ließen, auf schwer zu öffnende Fenster sowie große Risse in der Mittelmauer und im Deckenbereich. Außerdem waren laut Einsatzbericht Rieselgeräusche in einer Mauer zu hören.

Grund dürften eine Baustelle in der Nähe sowie die starken Regenfälle der vergangenen Tage gewesen sein, durch die der Untergrund instabil geworden sein dürfte. In Rücksprache mit Technikern wurde die Evakuierung angeordnet. Experten der Grund- und Tiefbauüberwachung (MA29) verlangten einen sofortigen Baustopp.

Keine Veränderung
Mit sogenannten Glasspionen wurde geprüft, ob sich die Risse in dem 50 Jahre alten achtstöckigen Gebäude verändern. Dabei handelt es sich um dünne Glasplatten, die so angebracht sind, dass sie bersten, wenn ein Riss größer wird. Die "Spione" haben bis jetzt keine einzige Veränderungen gezeigt. Die Risse entstanden nur in den baulich vorgesehenen Fugen, hieß es am Montag. Auch der Kellerfußboden zeigte keine Veränderung, die Standfestigkeit ist demnach gewährt.

In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befindet sich eine Großbaustelle der Fernwärme. Nach Angaben des Permanenzingenieurs wurde an dieser Stelle eine Grube mit einem Durchmesser von sieben bis acht Metern und einer Tiefe von 25 Metern ausgehoben. Heftige Niederschläge könnten Sand aus der Grube weggeschwemmt haben, dadurch kam es zu einer Senkung.

Kommission entscheidet
Eine Baufirma hat begonnen, die Grube bis auf Höhe des Grundwassers zu fluten und mit Aushubmaterial zu füllen, um einen statischen Gegendruck herzustellen. Um den Vorgang zu beschleunigen, half die Feuerwehr mit 16 Schläuchen aus. Diese Maßnahme drückt den Sand in die Gegenrichtung und stabilisiert so das Fundament. Dieser Zustand bleibt bis auf weiteres bestehen, bis eine Kommission - bestehend u.a. aus der MA29, der Fernwärme, einer Baumfirma und der Magistratsabteilung für Wasserbau (MA45) - entscheidet, was passiert.

Die Evakuierung hatte für großes Aufsehen gesorgt. Mehrere bettlägerige und gehunfähige Mieter wurden von der Rettung in umliegende Spitäler gebracht. Ältere und gebrechliche Personen, die aber keiner Betreuung im Krankenhaus bedurften, kamen vorläufig in der Hauptfeuerwache unter. Sie wurden in Containern erstversorgt und von den Beamten verpflegt. Schließlich brachte ein Feuerwehrfahrzeug die Evakuierten in Ersatzquartiere in verschiedenen Hotels. Pfingstmontag durften die Mieter wieder in ihre Wohnungen zurück.

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