22. Juli 2010 17:07

Ein Toter 

Schießerei in der Wiener City

Tödliche Schießerei in der Wiener Innenstadt: Im Büro eines iranischen Geschäftsmannes wurde ein Mann getötet, zwei schwer verletzt.

Schießerei in der Wiener City
© APA/GEORG HOCHMUTH
Schießerei in der Wiener City

Nach den Schüssen in der Wiener Innenstadt, bei denen am Donnerstagnachmittag ein Mann erschossen und zwei weitere verletzt worden waren, hat sich der mutmaßliche Täter am Abend gestellt. Laut Polizeisprecherin Iris Seper kam der Mann gegen 22.30 Uhr in eine Polizeiinspektion in Rudolfsheim-Fünfhaus und ließ sich festnehmen. Bei ihm handelt es sich um einen 70-jährigen Iraner oder Österreicher iranischer Abstammung.

Die Polizei hatte nach der Bluttat mit einer Großfahndung begonnen. Der 70-Jährige war den Ermittlern namentlich bekannt. Aus kriminaltaktischen Überlegungen wurde die Öffentlichkeit aber nicht informiert.

Tödliche Schüsse
Mit tödlichen Schüssen ist am Donnerstagnachmittag eine Geschäftsbesprechung in der Wiener City mit tödlichen Schüssen zu Ende gegangen. Laut Polizeisprecherin Iris Seper hatten vier Männer einander gegen 16.00 Uhr in den Räumlichkeiten der CERAG-Holding im zweiten Stock eines Bürohauses in der Weihburggasse 14 getroffen, um geschäftliche Dinge zu diskutieren. Doch nach rund einer Stunde zog einer der Teilnehmer eine Pistole und feuerte mehrfach auf die anderen. Nach einer Flucht stellte sich der Täter in den Abenstunden der Polizei.

Video vom Abflug des Hubschraubers am Stephansplatz. (c) YouTube

Ein 1935 geborener Mann wurde tödlich getroffen. Bei ihm handelt es sich um einen Österreicher mit iranischen Wurzeln. Ein 57-Jähriger erhielt mehrere Treffer in der Brust, sein Zustand war ebenso kritisch wie der des dritten, 66-jährigen Mannes. Er erhielt einen Brustdurchschuss. Der Täter ließ die Waffe - eine in Osteuropa hergestellte Pistole des Kaliber 7,62 mm - fallen und flüchtete. In dem Büro befand sich in einem anderen Raum eine Frau. Sie überlebte unverletzt.

Die Polizei wurde umgehend alarmiert und löste nach dem namentlich bekannten Flüchtigen eine Großfahndung aus. Unterdessen bekamen die Touristen in der Innenstadt eher Ungewöhnliches zu sehen. Die Beamten sperrten einen etwa 20 mal 20 Meter großen Bereich am Stephansplatz ab, in dem zweimal der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 9 landete. Einer der beiden Verletzten wurde ins Wilhelminenspital gebracht, der andere ins Lorenz-Böhler-Krankenhaus.

Video von der Landung des Hubschrauber am Stephansplatz. (c) YouTube

"Die beiden Verletzten waren bei unserer Landung bereits versorgt", schilderte der Notarzt des Helikopters, Reinhard Malzer. Beide seien ansprechbar gewesen. Einer hatte aber einen Thorax-, also Brustdurchschuss. Sein Zustand sei so kritisch gewesen, dass man auf weitere Maßnahmen an Ort und Stelle verzichtet und ihn so schnell wie möglich ins Spital gebracht habe.

Worum es bei der Geschäftsbesprechung gegangen war, war zunächst unklar. Die Ermittler fanden am ziemlich verwüsteten Tatort mehrere Papiere vor. Bei allen vier Beteiligten handelt es sich um Iraner bzw. Österreicher mit iranischem Hintergrund. Die CERAG-Gruppe, die in der Weihburggasse mit ihren Tochtergesellschaften ein Büro unterhält, wickelt laut ihrer Homepage mehrere Projekte im Iran ab. Bei einer der Tochtergesellschaften dürfte es sich um ein Import-/Export-Unternehmen handeln, das seine Geschäfte vor allem mit Gas, Öl, Autos und Autoersatzteilen machte. Ein politischer Hintergrund wurde von der Polizei zunächst ausgeschlossen.


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