15 Prozent mehr Illegale in einem 
Jahr

Schlepper-Mafia:

15 Prozent mehr Illegale in einem 
Jahr

Bis zu 15.000 Euro kassieren Schlepper pro Person für die illegale Fahrt in eine vermeintliche Freiheit. Zu Dutzenden pferchen sie Menschen in Lkws und Busse und bringen sie über die Grenzen. Und: Immer öfter führen diese Fahrten nach Österreich, wie der aktuelle Schlepperbericht zeigt. Die Zahl der illegalen Aufgriffe ist um 15 (!) Prozent gestiegen, 2012 wurden insgesamt 24.375 illegale Personen gefasst.

Erst in der Nacht auf Freitag wurden bei einer Schwerpunktaktion der SOKO-Ost zwei Schlepper und insgesamt 20 Geschleppte festgenommen. Dass die Aufgriffszahlen in Österreich so enorm steigen, deutet Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) aber sogar als Erfolg. „Die Strategien greifen“, so ihre Bilanz.

Österreich nimmt nämlich im Schlepper-Business eine besondere Rolle ein – vor allem als Transitland. Viele wollen nach Deutschland, Dänemark oder Schweden und werden in Österreich „abgefangen“. Möglich ist das, so Mikl-Leitner, durch die ständig erweiterte Schlepperdatenbank, die durch internationale Zusammenarbeit mit der SOKO-Ost ständig erweitert wird. Doch es ist nicht leicht, die Drahtzieher sind gut organisiert und clever. 2012 gingen der Polizei nur 235 ins Netz, weniger als noch 2011 (288).

Zahl der illegalen Pakistani hat sich fast verdoppelt
Die meisten Illegalen kommen aus Afghanistan (3.035), Russland (1.813) und aus Pakistan (1.705). Wobei sich die Zahlen aus Pakistan fast verdoppelt haben. Erst vor zwei Wochen löste eine Abschiebung von acht Pakistani in Wien viel Aufregung und Kritik an der Ministerin aus. Mikl-Leitner steht aber zu dieser Entscheidung.

Innenministerin: "So kämpfen wir gegen die Schlepper-Mafia"

ÖSTERREICH: Mehr als 24.000 Aufgriffe von illegalen Personen gab es allein in 2012. Warum suchen sich Schlepper gerade uns aus?
Johanna Mikl-Leitner: Aufgrund unserer geographischen Lage. Und als Zielland wird Österreich vor allem wegen des vorbildlichen Asylsystems gewählt.

ÖSTERREICH: Trotzdem wurden „nur“ 235 echte Schlepper gefasst. Warum ist es so schwer, die Drahtzieher zu kriegen?
Mikl-Leitner: Schleppernetzwerke sind vor allem in den Herkunftsländern und an den Schengenaußengrenzen aktiv. Mit der Schengenerweiterung haben sich speziell in Ungarn, Polen, Slowenien oder in Italien kriminelle Schlepperringe angesiedelt. Wir sind mit diesen Ländern eng vernetzt und liefern ihnen laufend Ermittlungserkenntnisse aus Österreich.

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