Schock-Studie: 3.600 Mafia-Banden in der EU

Neue Zahlen aus Brüssel

Schock-Studie: 3.600 Mafia-Banden in der EU

3.600 Gangster-Banden haben Europa unter sich aufgeteilt. Wie sie arbeiten, was sie verdienen.

Es sind unglaubliche Zahlen, die jetzt veröffentlicht wurden. Laut dem anerkannten CRIM-Komitee, einem Sonderausschuss des EU-Parlaments, treiben derzeit in Europa so viele Verbrecher-Gruppen ihr Unwesen wie niemals zuvor.

Insgesamt sollen 3.600 Banden unterwegs sein. Und die beiden italienischen Mafia-Organisationen, die neapolitanische Camorra und die kalabrische ’Ndrangheta, sind dabei nur die bekanntesten. Längst haben die Experten auch kleinere Gruppen mit nur wenigen Dutzend Mitgliedern ausgemacht, die Angst und Schrecken verbreiten.

290 Mrd. Profit pro Jahr mit Cyber-Kriminalität
Fix ist: Verbrechen lohnt sich (leider) noch immer. Und ist ein Milliardengeschäft. Allein durch Schlepperei und Menschenhandel verdienen die Organisationen jedes Jahr unglaubliche 25 Milliarden Euro. Durch den Handel von Spender-Organen kommen noch einmal bis zu 26 Milliarden dazu. Durch Korruption fließen wiederum 120 Milliarden Euro in die Schwarzgeldkassen der Gangster und durch Cyber-Kriminalität noch einmal 290 Milliarden!

Insgesamt, so hat der EU-Ausschuss errechnet, richten die Verbrecher-Syndikate jährlich einen volkswirtschaftlichen Schaden im hohen dreistelligem Milliardenbereich an! Zum Vergleich: Mit einem Schuldenstand von 305 Milliarden Euro könnte die Mafia ganz einfach den griechischen Staat aufkaufen!

880.000 Menschen leben als Sklaven in Europa
Ganz vorn in der Kriminal-Statistik liegen dabei immer noch Italien und die neuen EU-Länder Bulgarien, Rumänien und Kroatien. „Österreich spielt beim Menschenhandel eher eine untergeordnete Rolle. Dafür ist die Wirtschaftskriminalität höher“, erklärt der Mafia-Experte Jürgen Roth im Gespräch mit ÖSTERREICH (siehe unten).

In jedem Fall auch erschreckend: Gleich 880.000 Menschen sollen derzeit auf unserem Kontinent als moderne Sklaven arbeiten – als Erntehelfer in Spanien, als Pflegerinnen in Deutschland oder als Zwangsprostituierte in Österreich. Tendenz: weiter steigend.
 

Mafia-Experte: "Dunkelziffer liegt noch viel höher"

ÖSTERREICH: Was sagen Sie zu den aktuellen Kriminalitäts-Zahlen aus Brüssel?
Jürgen Roth: Ich kenne den Ausschuss, der den Bericht erstellt hat, und ich muss sagen: Die Mitglieder neigen dazu, sich immer eher zurückhaltend zu äußern. Man kann also davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch höher liegt. Einige EU-Länder haben ja beispielsweise gar keine Zahlen nach Brüssel geliefert und kommen deshalb in dem Bericht auch gar nicht vor.

ÖSTERREICH: In welchen Ländern haben die kriminellen Organisationen den größten Einfluss?
Roth: In Italien sind die Organisationen besonders aktiv und auch in vielen osteuropäischen Staaten. Österreich spielt da nicht so eine große Rolle. Hier ist das Thema eher Wirtschaftskriminalität.

ÖSTERREICH: 880.000 Menschen leben derzeit als moderne Sklaven in Europa. Wie ist so etwas überhaupt möglich?
Roth: Der Menschenhandel ist ein sehr profitables Geschäft geworden und deshalb auch gewachsen. Er ist die Folge der sozialen Krise, der hohen Arbeitslosigkeit. Und es ist viel schwerer, erwischt zu werden, als beispielsweise beim Drogenhandel. Dass man hier die Hintermänner findet, ist fast ausgeschlossen.

Autor: Dana Müllejans
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