18. März 2010 12:36
Nach dem Schussattentat auf einen 26-jährigen Iraner in der Tiroler
Bezirkshauptstadt Kufstein am Mittwochabend haben sich die zwei
tatverdächtigen Italiener, Vater und Sohn, am Donnerstag der Polizei
gestellt. Die 39 und 19 Jahre alten Männer waren beim Bruder des Vaters
untergetaucht. Dieser habe um 10.15 Uhr telefonisch die Polizei informiert,
dass sie sich stellen wollten.
Motiv und Tathergang völlig unklar
"Der Mann brachte
die Beschuldigten auf den Polizeiposten", schilderte Rupp. Dort nahm
man sie "in Empfang". Im Moment würden die Italiener einvernommen
werden. Auch das 26-jährige Opfer werde am Donnerstag und am Freitag erneut
befragt. Erkenntnisse zum Motiv sowie nähere Details zum Tathergang gebe es
demnach noch keine. Auch eine Tatwaffe fehle bisher.
"Die drei Männer dürften sich seit längerer Zeit gekannt haben",
sagte Pupp. Die Tatverdächtigen hatten ein Lokal betrieben, ihre momentane
Tätigkeit sei unklar. Beide wohnten aber seit geraumer Zeit in Kufstein,
erklärte der Kriminalist.
Oberschenkeldurchschuss
Der Zwischenfall hatte sich gegen 17.00
Uhr in einer von den Italienern angemieteten Wohnung im dritten Stock in der
Innenstadt ereignet. Der 26-jährige iranische Staatsangehörige hatte sie
dort besucht. Bei der Auseinandersetzung erlitt der Iraner einen
Oberschenkeldurchschuss und eine Schnittverletzung am linken Oberschenkel.
Im Anschluss rettete er sich schwer verletzt auf die Straße. Nach Angaben
des Kriminalisten bestehe bei dem Mann keine Lebensgefahr.
Obwohl die Einsatzkräfte sowie die Sondereinsatzgruppe Cobra mitunter auch
aus Salzburg rasch vor Ort gewesen waren, war die Wohnung erst gegen 20.40
Uhr gestürmt worden. In der Zwischenzeit habe man Ermittlungen geführt und
eine Lageeinschätzung sowie die Sicherung des Gesamtgebäudes vorgenommen,
erklärte Pupp die Vorgangsweise. Aus der Wohnung habe man Stimmen gehört,
weshalb man die Täter darin vermutet hatte. Bei der Öffnung sei "das
Nest leer gewesen", ein Fernseher war gelaufen. Der beschuldigte Vater
und dessen Sohn hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Flucht
befunden.