Sonderthema:
Was im Krankheitsfall zu tun ist

Schweinegrippe

© APA/Barbara Gindl

Was im Krankheitsfall zu tun ist

"Jetzt geht's los." Das sagte am Montag eine Wiener Allgemeinmedizinerin, nachdem sie gegen 8.00 Uhr früh binnen weniger Minuten gleich zwei Anmeldungen für Hausbesuche bekommen hatte. "Fieber, Husten, die ganze Familie", hatte es geheißen - nicht wesentlich anders in Sachen A(H1N1) als bei der jährlichen saisonalen Grippe, aber eben um Wochen früher, was auch ohne Labornachweis für die Schweinegrippe spricht. Das Gesundheitsministerium hat ein Merkblatt zur Heimpflege für Betroffene zusammengestellt. Hier die wichtigsten Inhalte:

Was ist der Zweck der Heimpflege?
Der Patient kann die Erkrankung bei einem komplikationslosen Verlauf im gewohnten Umfeld auskurieren. Weiters wird so verhindert, dass andere Menschen angesteckt werden.

Wie lange dauert die Erkrankung?
Wenn die Erkrankung komplikationslos verläuft und der Patient die ärztlichen Ratschläge befolgt, ist er in der Regel nach sieben Tagen wieder gesund bzw. arbeitsfähig. Der Patient sollte vor der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit den behandelnden Arzt telefonisch informieren und mit ihm besprechen, ob eine abschließende Untersuchung notwendig ist.

Was sind die Krankheitszeichen der Neuen Grippe?
- Plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber (über 38 Grad C)
- Zwei oder mehr der folgenden Symptome: Husten, Halsschmerzen, Muskel-, Glieder- oder Kopfschmerzen, Erbrechen oder Durchfall

Können bei der Krankheit Komplikationen auftreten oder kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen?
Schwere Verläufe und das Auftreten von Komplikationen sind zwar selten, aber möglich. Bei Verschlechterung des Zustandes muss rasch telefonisch Kontakt mit dem behandelnden Arzt aufgenommen werden und ein Hausbesuch (in schweren Fällen eine Krankenhauseinweisung) organisiert werden.

Warum ist die Heimpflege bei der Neuen Grippe besonders wichtig?
Das besondere an der Neuen Grippe ist, dass die meisten Menschen keinen Immunschutz dagegen haben. Es ist daher besonders wichtig, dass andere Menschen vor Ansteckung geschützt werden: Regelmäßig Hände waschen, "Berühren Sie mit ungewaschenen Händen weder Augen, Nase noch Mund", beim Niesen und Husten Mund und Nase bedecken (danach zu entsorgendes Taschentuch).

Die wirksamste Vorsorge ist die Impfung, die für Risikogruppen und alle, die sich impfen lassen wollen.

Behandlung: Eine Behandlung mit Arzneimitteln aus der Gruppe der Neuraminidasehemmer ist möglich. Daneben können im Bedarfsfall zusätzliche Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. Die Entscheidung, welche Medikamente verwendet werden können, trifft der Arzt mit dem Patienten.

Was gilt es bei der Heimpflege zu beachten?
- Patientinnen, Patienten und Pflegepersonen sollen die Wohnung möglichst nicht verlassen.
- Besuche sollen auf das zur Versorgung notwendige Mindestmaß beschränkt werden.
- Schwangere, Säuglinge, immunabwehrgeschwächte, chronisch kranke und alte Menschen sollen sich nicht in der Wohnung der erkrankten Person aufhalten.
- Für die Pflege der erkrankten Person ist am Besten eine einzelne Person auszuwählen
- Die kranke Person soll das Zimmer möglichst wenig verlassen und in diesem Raum auch die Mahlzeiten einnehmen.
- Nach den Mahlzeiten sollen die benutzten Gegenstände (Teller, Messer, Gabel, Löffel, etc.) rasch gereinigt werden (warmes Wasser und Spülmittel oder Geschirrspüler).
- Die Räume sollen regelmäßig gelüftet und gereinigt werden.
- Die Sanitäranlagen sollen nach der Benutzung gereinigt werden.
- Die Wäsche soll regelmäßig gewechselt und normal gewaschen werden.
- Es sollen Einmaltaschentücher verwendet werden.
- Diese Taschentücher sollen in dicht schließenden Plastiksäcken gesammelt und gut verschlossen mit dem Hausmüll entsorgt werden.
- Meiden Sie bei der Pflege der kranken Person direkte Berührungen der eigenen Augen, der Nase und des Mundes.
- Reinigen Sie nach jeder Berührung der erkrankten Person Ihre Hände mit Wasser und Seife oder verwenden Sie ein Händedesinfektionsmittel
- Messen Sie mindestens einmal täglich sowie bei Anzeichen eines Fieberanstieges die eigene Körpertemperatur.
- Reduzieren Sie ab dem Zeitpunkt der Aufnahme der Pflegetätigkeit möglichst sofort den Kontakt zu anderen, vor allem zu besonders krankheitsanfälligen und empfindlichen Menschen (das sind z.B. Schwangere, Säuglinge, pflegebedürftige Personen, Personen mit geschwächter Abwehr, Ältere, chronisch Kranke und Kinder).

Was tun, wenn die pflegende Person Anzeichen einer Krankheit entwickelt?
Wenn bei der pflegenden Person selbst grippeähnliche Symptome auftreten, ist telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen. Bei der Fahrt zum Arzt sollten öffentliche Verkehrsmittel nach Möglichkeit nicht benutzt werden. Bei Fragen sollte der jeweils der behandelnde Arzt zurate gezogen werden.

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