Schweinegrippe ab Herbst aggressiver

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Schweinegrippe ab Herbst aggressiver

Die Zahl der Schweinegrippe-Infizierten steigt in Österreich rasant – bisher sind etwa 200 Fälle bekannt. Doch ab Herbst befürchten Experten eine wahre Welle an Neu­erkrankungen.

Der Grund ist einfach: Derzeit befinden sich Tausende Österreicher auf Urlaub in Hoch-Risikogebieten – also etwa in Spanien oder Südamerika. Viele werden die Krankheit einschleppen. Und dann gibt es kaum ein Halten: Bereits im Flugzeug wird sich die Grippe rasant ausbreiten.

Doch auch die Zahl der Personen, die sich im Inland anstecken, wird deutlich zunehmen. Das kältere Herbstwetter leistet zusätzlich seinen Beitrag zu mehr Grippekranken.

Vor allem der nahende Schulbeginn bereitet Gesundheitsexperten Sorgen. Denn Kinder achten weniger auf hygienische Vorschriften als Erwachsene. Auch in den Kindergärten könnte das Virus zum Problem werden und sich rasch ausbreiten, warnt der deutsche Virologe Alexander Kekulé. Deshalb schließt auch Hubert Hrabcik, Direktor für öffentliche Gesundheit im Ministerium, einen späteren Schulbeginn nicht aus.

Grippe-Impfstoff erst ab September erhältlich
Es ist nun ein Wettlauf mit der Zeit: Denn mit einer Impfung kann man sich derzeit noch nicht schützen. „Der Impfstoff wird frühestens im September zugelassen“, betont Marcus Müllner von AGES PharmMed. Vortests verliefen bisher positiv, aber bis dahin müssen noch Versuchsreihen an insgesamt 9.000 freiwilligen Testpersonen erfolgreich abgeschlossen werden. Erst dann kann mit den Impfungen begonnen werden. Das Prinzip: Medizinisches Personal, Schwangere, Kinder und Chronisch Kranke zuerst.

Der Infektionsexperte Egon Marth von der Medizinischen Universität Graz empfiehlt dringend, dass sich alle so bald als möglich impfen lassen – zur Vorbeugung. Denn er warnt davor, dass das Virus noch gefährlicher werden könnte: „Wenn das Virus bis zum Herbst zu einem schweren Virus wird, dann Gnade uns Gott. Denn dieses Virus ist sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragbar“. Dann wäre die Schweinegrippe nicht mehr nur ein Problem für Risikogruppen, sondern für alle.

Allgemeine Impfpflicht ist nicht vorgesehen
Trotzdem ist eine allgemeine Impfpflicht derzeit nicht vorgesehen. „Es gibt zum Thema Impfen einfach verschiedene Meinungen. Wir können die Leute nicht zwingen“, heißt es aus dem Ministerium.

Es dürfte auch nicht im Interesse des Ressorts sein, die ohnehin defizitären Krankenkassen mit den hohen Kosten einer groß angelegten Impfaktion zu belasten. Denn die Impfung ist für die Patienten kostenlos, mit Ausnahme der Rezeptgebühr.

Bereits Infizierte müssen antivirale Medizin wie Tamiflu schlucken. Nur noch Risikogruppen wie Schwangere und Chronisch Kranke werden künftig im Spital behandelt.

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