Chronologie

Schwere Stürme in Österreich von 1990 bis 2005

1990:
Die größten Windgeschwindigkeiten werden am 26.2. und am 1.3. registriert. Die maximalen 2 Sekunden- Böen werden in den Tallagen in Linz- Hörsching mit 147 km/h und in Wien mit 130 km/h aufgezeichnet. Innerhalb dieses Zeitraumes entstehen wirtschaftliche Schäden in einer geschätzten Höhe von rund 3 Milliarden Schilling, besonders in der Forstwirtschaft.

1993:
Am 8. Dezember bewirkt ein Sturm, mit Böenspitzen um 120 km/h zahlreiche Schäden an Dächern und Bäumen in Ober- und Niederösterreich.

1994:
Föhnsturm mit Spitzen bis um 140 km/h führt am 6. Januar zu teilweise schweren Schäden in den Tiroler Bezirken Innsbruck-Land, Schwaz und Kufstein und im Vorarlberger Bezirk Feldkirch. Die schwersten Schäden sind in Feldkirch (V) zu verzeichnen. Der Sturm deckt ein Blechdach des Landeskrankenhauses ab, weiter werden Lichtmaste, sowie zahlreiche Bäume eines Waldstückes geknickt.

Sturm mit Böenspitzen zwischen 100 und 120 km/h führt am 13. und 14. März 1994 zu teils schweren Schäden in Niederösterreich und in Wien. Neben der Bundeshauptstadt sind die Bereiche Klosterneuburg, Korneuburg und Neunkirchen besonders betroffen. Am folgenschwersten sind Beschädigungen von Freistromleitungen. Im Krankenhaus Klosterneuburg fallen kurzzeitig bis zur Inbetriebnahme der Notstromaggregate medizinische Versorgungsgeräte aus. In Korneuburg reißt eine 220.000- Voltleitung. Das Kabel schlägt auf ein mit Kunststoff bespanntes Gewächshaus. Mit dem aus der Verankerung gerissenem Gewächshaus werden rund 25.000 Topfpflanzen vernichtet. In Schlöglmühl, Bez. Neunkirchen, stürzt unter dem Winddruck ein Kirchturm ein. Auf der A2 wird ein Lkw von einer Sturmböe erfasst und kippt um; der Lenker wird dabei lebensgefährlich verletzt. In Wien reißt der Sturm Baustellenverkleidungen um. Von Böen erfasste Dachziegel beschädigen mehrere parkende Fahrzeuge.

1995:
Der Durchzug einer dem Sturmtief „WILMA“ zugehörigen Kaltfront bewirkt während der Nacht vom 26. auf den 27. Januar in weiten Teilen Ober- und Niederösterreichs teilweise schwere Sturmschäden. Am ärgsten betroffen sind in Oberösterreich die Bezirke Grieskirchen, Braunau und Steyr-Land. Bei zahlreichen Häusern werden die Dächer weggerissen oder beschädigt. Baumstürze lösen Behinderungen im Zugverkehr und bei der Stromversorgung aus. Auf der Westbahnstrecke kommt es zwischen Attnang - Puchheim und Salzburg zu erheblichen Verspätungen. Die größten Windgeschwindigkeiten werden in Niederösterreich, zwischen Schwechat und Wr. Neustadt mit 135 km/h gemessen. Auf der A2 bei Wr. Neudorf stürzen zwei Lkw um. Zwischen Mödling und Baden ist die Südbahnstrecke von 0 bis 6 Uhr blockiert, nachdem ein losgerissenes Waggondach die Fahrleitung beschädigt hat. In Wien muss die Feuerwehr Dutzende umgestürzte Bäume beseitigen, Plakatwände wieder aufstellen, sowie Lichtmasten und Baustellensicherungen instand setzen.

1997:
Am 5. April kommt es in weiten Landesteilen von Kärnten zu Sturmschäden: in Oberkärnten und besonders in den Bezirken Klagenfurt und St.Veit/Glan werden Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt. In St. Veit werden zwei Dächer weggerissen.
Am 7. und am 8. April liegen im Alpenvorland, Mühl- und Waldviertel bis zu 20 cm Neuschnee, mehrere Straßenabschnitte sind durch sturmbedingte Baumbrüche blockiert. Sturm mit Böenspitzen um 100 km/h und Schneefälle bis in tiefe Lagen führen zwischen dem 11. und dem 13. April erneut zu Schäden und Verkehrsbehinderungen in allen Bundesländern. Nachdem der Sturm einen Teil des Daches des Zollamtes in Kleinhaugsdorf (NÖ) abgetragen hat, ist hier für eine Stunde keine Einreise nach Österreich möglich.

1998:
In der Nacht zum 5. Januar gerät Österreich in den Einflussbereich eines Sturmtiefs mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 143 km/h. In Raab (Bez. Schärding, OÖ.) wird ein Strommast umgeknickt, der sich daraufhin entzündet. In Micheldorf bei Kirchdorf deckt der Sturm eine Lagerhalle ab. Am 6. Januar treten Windstärken bis zu 150 km/h auf (in Wien bis zu 110 km/h): in Wien- Floridsdorf wird ein Feuerwehrmann schwer verletzt. Zahlreiche Äste und Verkehrszeichen werden vom Sturm abgerissen. Bei Vösendorf (NÖ.) wird das Dach einer Spedition abgedeckt, was zu Behinderungen auf der Südautobahn führt.

Besonders schwere Sturmschäden werden am 27. Juli aus der Steiermark gemeldet: im Großraum Graz reißen Sturmböen und Blitzschläge 50 Bäume nieder, Strommasten werden geknickt. In der Stadt Graz selbst werden Dächer und Gebäude beschädigt, 200 Bäume umgestürzt und Stromleitungen abgerissen. An der Messstelle Graz- Universität wird während der Nacht zum 28. die größte Sturmböe mit 116 km/h registriert, der höchste Wert seit Beginn der Registrierungen vor zehn Jahren.

In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober überquert eine ausgeprägte Kaltfront (Ausläufer des Sturmtiefs „Xylia“) unser Bundesgebiet. Dabei kommt es besonders in Oberösterreich, in Niederösterreich und in Wien zu Sturm- und Nässeschäden. Böenspitzen bis um 120 km/h entwurzeln Bäume und knicken Strommasten.

1999:
Schwerer Sturm am 5. Februar führt zuzahlreichen Schäden, besonders im Osten des Bundesgebietes. „Lara“ hemmt mit Böenspitzen um 130 km/h den Ablauf des Betriebes am Flughafen Schwechat. Rund 2000 Passagiere müssen mehrere Stunden auf ihre Abflüge warten. Auf der A2 bei Wr. Neudorf werden drei Lkw von der Fahrbahn geweht. Bei Wolkersdorf muss ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden, nachdem der Sturm die Oberleitung der Schnellbahn S2 zerrissen hat. In Oberösterreich wird in Gunskirchen bei Wels das Blechdach der Hauptschule auf einen Parkplatz geschleudert

Der Kaltfrontdurchgang am 2./3. Juni 1999 ist mit Sturm verbunden, der in allen Bundesländern nördlich des Alpenhauptkammes Schäden verursacht. In Vorarlberg liegt der Schwerpunkt im Rheintal. In mehreren Bezirken, vor allem in Feldkirch und in Bregenz werden Häuser abgedeckt und zahlreiche Bäume entwurzelt oder geknickt. In Tirol ist das Außerfern betroffen. Neben Sturmschäden kommt es in mehreren Bezirken infolge von Blitzschlägen zu Bränden und Stromausfällen. Im Bezirk Schwaz werden bei Stans mehrere hundert Bäume abgebrochen und eine Freileitung zerrissen. Auf dem Patscherkofel und auf dem Flughafen Salzburg wurden Böenspitzen um 140 km/h gemessen. In der Stadt Salzburg werden neben Bäumen und Stromleitungen auch Baugerüste und Werbetafeln niedergerissen. Ortsteile von Seekirchen am Wallersee und Bergheim sind längere Zeit ohne Stromversorgung.

In Oberösterreich sind die Gemeinden Uttendorf bei Braunau und in Timelkam (Bez. Vöcklabruck) schwer geschädigt: zwei Menschen werden von entwurzelten Bäumen tödlich getroffen. Bei Vöcklabruck reißt der Sturm ein Festzelt aus der Verankerung, mehrere Personen werden dabei verletzt. Im Innviertel sind mehrere tausend Haushalte zeitweise ohne Strom.

2000:
Südföhn (mit 212 km/h am Sonnblick und mit 180 km/h am Patscherkofel) zerstört am 6. November in der Innsbrucker Innenstadt die halb fertigen Konstruktionen des Christkindlmarktes.

2001:
Am 21. Februar kommt es im Großraum Wien (bes. in den Wiener Bezirken 15, 16 und 17) bei Böenspitzen um 100 km/h zu einer Reihe von Glas-, Dach- und Baumschäden. Auf der A2 wird bei Kottingbrunn ein LKW von einer Böe erfasst und umgeworfen.

Mit dem Durchzug einer Kaltfront tritt am 19. März in Ober- und in Niederösterreich Sturm mit Spitzen zwischen 80 und 110 km/h auf (die maximale Böenspitze wird in Retz, NÖ., mit 119 km/h registriert). Bei Allentsteig wird eine Frau während Waldarbeiten von einer umgeknickten Fichte erschlagen. In Krems/Donau werden vor der Europaschule zwei Schülerinnen von einem umstürzenden Lindenbaum schwer verletzt.

2002:
Im Großraum Wien kommt es am 2. Januar bei Böenspitzen um 100 km/h zu zahlreichen Schäden. In Währing kippt ein vom Sturm gelockertes Baugerüst auf die Straße.

Österreich liegt zwischen dem 26. und dem 28. Oktober 2002 im Bereich einer kräftigen Strömung. Dabei entstehen nördlich des Alpenhauptkammes schwere Sturmschäden. Bereits am 26. erreichen Böenspitzen Werte um 100 km/h („Janette“). Am 27. werden in Oberösterreich zahlreiche Bäume entwurzelt; mehrere Straßenzüge sind blockiert. In Tirol erreichen die stärksten Böen am 28. in Reutte und in Innsbruck Werte um 140 km/h. Im Tiroler Unterland blockieren entwurzelte Bäume den Straßenverkehr, durchtrennen Stromleitungen, beschädigen Häuser und Autos. Auf der Arlbergstrecke muss der Bahnverkehr eingestellt werden. Der Sturm trägt mehrere Dächer ab und knickt Strommaste. Nahe Freistadt wird ein Schwertransporter vom Sturm auf die Gegenfahrbahn geschleudert – die folgende Kollision fordert drei Todesopfer.

Kräftiger Föhn mit Böenspitzen über 150 km/h bewirkt ab dem 14. November schwerste Schäden, vor allem in der Forstwirtschaft. Am 15. ist in Salzburg der Lungau Katastrophenregion. In vielen Gemeinden werden Dächer abgetragen, Strommasten geknickt und Freileitungen zerrissen. Unzählige entwurzelte und gebrochene Bäume blockieren die Verkehrsverbindungen. Auch in der Obersteiermark entstehen schwere Waldschäden. Alleine im Pinzgau fallen eine Million Festmeter Windwurf an; im Lungau sind rund 800 Hektar Wald geschädigt. Am 16. gibt es in Oberösterreich im Salzkammergut Sturmschäden, u.a. an Hausdächern. In Steinbach am Attersee alleine werden 7 Häuser abgedeckt. Eine erste Schadensbilanz zeigt 3 Millionen Festmeter Schadholz auf – ein Fünftel des österreichischen Jahreseinschlages (das sind rund 70 Millionen Euro Schaden). Die Elektrizitätsgesellschaften melden Millionenschäden in Tirol, Salzburg, Kärnten und in der Steiermark.

2003:
Am.2. und am 3. Januar führt eine kräftige Südwestströmung im Westen Europas zu schweren Sturmschäden und Überschwemmungen. In Österreich erreicht der Sturm zwischen Bregenz und Wien noch Spitzenwerte um 100 km/h, das Schadensausmaß ist aber vergleichsmäßig eher gering. Entwurzelte Bäume blockieren in Vorarlberg zwischen Dornbirn und Bregenz die Straßen, in Oberösterreich die Innkreisautobahn, sowie die Mühlkreisbahn, und in Niederösterreich die Franz-Josefs- Bahn im Waldviertel.

Der mit den Schneefällen am 6. und am 7. April auftretende Sturm (mit Spitzen bis um 100 km/h) richtet besonders in Kärnten, in Teilen Salzburgs und Oberösterreichs Schäden an. In Oberösterreich zerreißt der Sturm im Bezirk Grieskirchen eine Hochspannungsleitung; im Bezirk Freistadt wird in Leopoldschlag ein Dachstuhl beschädigt. In den Kärntner Bezirken Spittal/Drau, St. Veit/Glan und Wolfsberg beschädigt der Sturm Bäume und Strommasten. Am 6. und am 7. sind bis zu 9000 Haushalte ohne Stromversorgung.

Mit dem am 14. und am 15. Juni auftretenden Sturm werden zahlreiche Bäume entwurzelt. Nach Baumstürzen ist die Inntalautobahn zwischen Schwaz und Jenbach mehrere Stunden blockiert. Schwerere Sturmschäden werden auch aus dem Salzburger Flachgau (bei Henndorf und Mattsee) und aus Oberösterreich zwischen Bad Ischl und Hallstatt gemeldet. Die stärkste Böe wird in Zeltweg mit 155 km/h registriert.

Gewitter mit Sturmböen um 100 km/h und weit darüber führen am 21. Juli im Montafon und im Bereich Landeck – Innsbruck – Wattens zu schweren Waldschäden ( mit rund 25.000 Kubikmeter Schadholz), Stromausfällen und zu Blockierungen von Verkehrsverbindungen. Dachstühle werden zur Gänze abgetragen. In Innsbruck werden Bäume entwurzelt und Häuser beschädigt; auf dem Flughafen werden zwei Flugzeuge weggeschleudert. In Salzburg entstehen im Bereich Zell am See und in Altenmarkt im Pongau große Sturmschäden.

Am 7. Oktober bläst der Sturm (mit Böenspitzen zwischen 80 und 100 km/h) in Lustenau ein Zirkuszelt um. Im Bregenzer Wald stürzen vom Sturm geknickte Bäume auf Freileitungen und unterbrechen die Stromversorgung.

2004:
Mit dem Durchzug des Wintersturmes „Ursula“ entstehen am 8. Februar im Westen Österreichs vielerorts Schäden. In Vorarlberg werden im Rheintal und im Bregenzer Wald Bäume geknickt und Hausdächer abgetragen. Im Tiroler Außerfern wird eine Hochspannungsleitung zerrissen. Im Bezirk Kitzbühel fällt in Scheffau ein Baum auf eine Gondelbahn, zwei Personen werden verletzt. In der Stadt Salzburg wird eine Oberleitung beschädigt, Plakatwände und Absperrungen werden umgeworfen. In Oberösterreich, wo der Sturm Spitzenwerte um 130 km/h erreicht, sind im Bezirk Schärding (Engelhartszell), und in den Bezirken Linz, Linz- Land und Perg mehrere Straßen nach Baumentwurzelungen blockiert. In Ansfelden wird das Blechdach eines Wohnhauses zerstört.

Am 12. August 2004 und während der Nacht zum 13. entstehen verbreitet Sturmschäden. Im Strandbad von Lochau bei Bregenz wird ein Zelt aus der Verankerung gerissen, 13 Personen erleiden Verletzungen. In Tirol entstehen besonders im Bereich Kufstein Schäden an Häusern; eine Frau wird von herabstürzenden Ziegeln verletzt, das Dach eines Kiosk wird an die 40 Meter durch die Luft gewirbelt. Auf dem Haunsberg bei Salzburg entwurzelt ein Sturm die 225 Jahre alte Kaisereiche. In Wien werden noch Böenspitzen bis zu 104 km/h gemessen. Es kommt zu zahlreichen Schäden an Hausdächern, Autos und Bäumen.

Die vom 18. bis zum 23. November anhaltende Sturmlage führt neben dem für Wien Hohe Warte neuen Novemberrekordwert (119 km/h) in den tiefer gelegenen Regionen nördlich des Alpenhauptkammes zu zahlreichen Schäden. Besonders betroffen ist der Großraum Wien. Losgelöste Dachziegel, teilweise abgerissene Rauchfänge und stürzende Plakatwände lösen Folgeschäden an parkenden Autos aus. In Wien- Ottakring stürzt ein mehrstöckiges Gerüst völlig ein. Im siebenten Bezirk muss ein gelockertes Flachdach neu fixiert werden. In der Brigittenau wird eine luftgefüllte Tennishalle zerrissen.

2005:
18. Juli: In Niederösterreich sind die Bezirke Melk und Zwettl am schwersten von den Unwettern betroffen. In Zwettl, Gmünd und Waidhofen/Thaya knickt der Sturm zahlreiche Bäume. In Nöchling (Bez. Melk) wird ein Hausdach vom Sturm zerstört. In Pöggstall führen die Regenfälle zu einzelnen Überschwemmungen. Beim Dobrastausee (Krumau am Kamp) blockieren umgestürzte Bäume die Straßen. An die 30 Feuerwehren stehen für Sicherungsarbeiten im Einsatz.

In der steirischen Gemeinde Frohnleiten zerschlagen bis zu hühnereigroße Hagelschlossen Dachflächen, Fenster und Windschutzscheiben von Autos. Das Glashaus einer Gärtnerei wird völlig zerstört. Mit Hagel vermischtes Regenwasser dringt in die Wohnungen ein. Die Straßen sind mit einer 10 bis 20 cm dicken Eisschicht bedeckt. Im weiter südlich gelegenen Kleinstübung entwurzelt der Sturm Bäume und deckt mehrere Hausdächer ab. Im Raum Leoben werden zahlreiche Keller überflutet.

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