30. August 2012 07:30

Luchs eingefangen, aber 

Schwere Vorwürfe gegen Zoo-Direktorin

Vier Tage nach seiner flucht wurde luchs "Vivious" eingefangen.

Schwere Vorwürfe gegen Zoo-Direktorin
© APA/ Zoo Salzburg

Der Geruch seiner Lieblingsspeise ließ "Vivious" schwach werden: Vier Tage lang irrte der hungrige Luchs am Hellbrunner Berg umher, in der Nacht auf Mittwoch tappte das 14 Kilogramm schwere Raubtier aber in die Falle. "Wir haben Gulaschstückerln in eine große Lebendfalle gelegt. Am Mittwoch um 6 Uhr haben ihn Pfleger entdeckt, er war unverletzt", sagt die erleichterte Zoo-Direktorin Sabine Grebner.

"Vivious", der vor seiner Flucht erst zwei Wochen in Salzburg war, wurde von Tierarzt Jochen Lengger betäubt und untersucht. Am Nachmittag tollte er bereits wieder im Gehege. Er türmte am Sonntag, als ein heruntergefallener Ast den Stromkreislauf des Geheges lahmlegte. Vivious kletterte einfach über den 3 Meter hohen Zaun...

Rücktritt gefordert
Der erneute Zwischenfall -bereits im Juni flüchteten zwei Geparden aus dem Zoo - erregt die Gemüter. Immerhin ist ein an Menschen gewöhnter Luchs nicht ungefährlich. Für Frank Albrecht, Sprecher der Tierschutzorganisation EndZOO, gab es im Zoo schwere Versäumnisse. "Es ist fahrlässig, dass der Zoo beim Luchs-Gehege nur eine Sicherheits-Variante hat. Die Direktorin ist rücktrittsreif."(s. rechts).

Direktorin Grebner lässt das so nicht stehen. "Es war eine unglückliche Serie. Wir investieren jetzt 300.000 Euro in die Sicherheit, das Luchs-Gehege bekommt ein neues Warnsystem."

"Zoo agierte fahrlässig"

ÖSTERREICH: Vier Tage lang war Luchs "Vivious" auf freiem Terrain. Hat der Zoo Salzburg hier versagt?
Frank Albrecht (Tierschutzorganisation EndZOO): Ja, auf jeden Fall. Ich war verwundert, als ich hörte, dass eine Pflegerin im Gehege war, als der Luchs flüchtete. Das ist unüblich. Mitarbeiter haben nie einen so nahen Kontakt zu gefährlichen Tieren.
ÖSTERREICH: Der Luchs f lüchtete, weil der Stromkreis unterbrochen war...
Albrecht: Hier hat der Zoo schwere Mängel in punkto Sicherheit. In Deutschland sind etwa zwei Sicherheits-Varianten Standard. Nur ein Sicherheitssystem zu haben, ist fahrlässig. In Salzburg sind alle Gehege für Raubtiere nicht mehr auf dem modernsten Stand. Das Luchs-Gehege gehört überhaupt zu den ältesten. Da wird eindeutig am falschen Platz gespart.
ÖSTERREICH: Wie gefährlich ist ein Luchs im Dickicht?
Albrecht: Ein Luchs ist keine Bestie, aber im schlimmsten Fall kann er einen Menschen zerfleischen. Er ist an die Nähe von Menschen gewohnt, ein Angriff wegen des Wunsches nach Futter wäre möglich gewesen.
ÖSTERREICH: Muss es jetzt Konsequenzen geben?
Albrecht: Aufgrund der Vorfälle mit den geflohenen Geparden diesen Sommer als der Zoo versucht hat zu vertuschen und jetzt mit dem Luchs muss die Zoo-Direktorin sofort zurücktreten.

Luchs "Vivious" wieder da
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen
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Luchs "Vivious" tappte in eine der aufgestellten Fallen

Autor: Jochen Prüller



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5 Postings
Brummerkatze (GAST) meint am 30.08.2012 15:25:44 ANTWORTEN >
@Bullway
Schon lange nicht mit in Hellbrunn gewesen, aber einen Kommentar zum Thema abgeben? Gehe nochmal hin und sehe was sich verändert hat.

Frank Albrecht, der Urlauber aus Deutschland, maßt sich einmal wieder an seine theoretischen Kenntnisse unter das Volk zu streuen. Er fordert sogar den Rücktritt der Direktorin. Das er noch nie mit Wildtieren gearbeitet hat und sie nicht kennt, sieht man an seiner Aussage: zerfleischt den Menschen. Was für einen Quatsch. Er soll in Deutschland bleiben und in Österreich die Arbeit seinen österreichischen Kollegen vom Tierschutzverein überlassen.
Bullway meint am 30.08.2012 12:09:34 ANTWORTEN >
Uralt das Gehege, und enger geht es wirklich nicht, der Zoo ist ein einziges Trauerspiel, auch wenn man andere Bereiche anschaut, Steinbock, Löwen, Wolfsgehege, alles viel zu klein, was die Wölfe betrifft , besteht das Areal aus einem Steilhang und sonst nix, schon mal den Ganzen Tag auf einer Schrägen Unterlege verbracht ?? Ist mehr als anstrengend und sicher nicht Artgerecht, genauso wie das Luxgehege, an das ich mich noch als Kind erinnern kann,(Jahre her ) Das ist ein Zwinger aber kein Gehege.. zum Kopfschütteln das es so ein Unding an Zoo überhaupt noch geben darf, generell ist gegen Zoos zur Arterhaltung nichts auszusetzen, wenn genug Freiraum zur verfügung steht, Salzburg hat den mit Sicherheit nicht !!!!
Geh bitte..... (GAST) meint am 30.08.2012 08:43:29 ANTWORTEN >
wie soll ein Luchs einen Menschen zerfleischen... 14kg.. das ist eine ein bissi größer geratenen Miezekatze.... und die flüchten lieber, als dass sie einem Menschen zu nahe kommen.... Superexperte der Herr Albrecht... Schlage ihn als nächsten Bundeskanzler vor... so viel Kompetenz ist ja nicht auszuhalten...
@Schürer... (GAST) meint am 31.08.2012 08:33:33
es ist mir nicht entgangen, dass es keine Hauskatze ist, aber viel gefährlicher als eine solche ist so ein 14kg Luchserl auch nicht
Schürer meint am 30.08.2012 16:52:18
@Geh bitte... schon einmal auf die Idee gekommen, dass Printmedien so manche Aussagen etwas übertriebener wiedergeben um etwas aufzubauschen? Und das ein Luchs keine Hauskatze ist, mag ihnen offensichtlich auch entgangen sein. Zudem ist ein Luchs, der lebenslang der menschlichen Nähe ausgesetzt ist, keinesfalls scheu. Da fehlt es aber offenbar an ihrer Fachkenntnis. Dass er nicht weit entfernt vom Gehege gefangen wurde, beweist dies wohl eindrucksvoll. Wäre er so scheu, hätte man die Fallen nicht so nah am Zoo installiert und der Luchs wäre heute über alle Berge.
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