Millionenshow-Sieger

© TZ Oesterreich Niesner Lisi

 

"Seit dem Gewinn schlafe ich schlechter"

Keine Wohnung, kein Job, keine Freundin, jede Menge Schulden. Bisher meinte es das Leben nicht gerade gut mit Martin Fraczek (30) aus Wien. Seit Montag ist alles anders: Bei der ORF-Millionenshow cashte er 300.000 Euro ab – und ist mit einem Schlag die wichtigsten Sorgen los. Die Story des Aufsteigers.

Leben auf der Couch
Ein unscheinbarer Gemeindebau an der U1, Tristesse pur – hier trifft ÖSTERREICH den Mann, der fast die Million knackte. Fraczek – groß, Dreitagesbart – wirkt keine Spur von fröhlich. Vor sechs Wochen lief die Freundin weg. Die gemeinsame Wohnung – futsch. Er hat kein Geld, musste deshalb beim Cousin einziehen – und schläft jetzt auf dessen Couch.

"Ich studiere Informatik. Pro Monat habe ich 1.000 Euro – durch Notstandshilfe und Nachhilfejobs. Das reicht nicht“, sagt Fraczek. Seit sein Arbeitsverhältnis im Technischen Museum kippte, muss er jeden Euro zwei Mal umdrehen. Das ist jetzt vorbei.

Auto kaufen
Bei der Millionenshow kam er in die letzte Runde, ging mit 300.000 Euro heim: „Ich hatte aber leider nicht den Mut, aufs Ganze zu gehen“. Er hätte auch die Millionenfrage (wie nennen Mineralogen die Form von Kristallen? – „Tracht“) richtig beantwortet.

Jetzt steht er am Beginn eines neuen Lebens. Ende der Woche kommt das Geld aufs Konto. „Das ist meine zweite Chance.“ Nun will sich der 30-Jährige eine eigene Wohnung gönnen. „Ich werde den Führerschein machen, ein Auto kaufen. Und nur noch risikolos investieren.“

Der Millionenshow-Sieger im Interview
"Endlich mache ich den Führerschein

ÖSTERREICH: Sie haben 300.000 Euro abgecasht. Wie geht es Ihnen jetzt?
Martin Fraczek: Ehrlich gesagt, ich schlafe jetzt schlechter als vorher. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen. Ich habe keine Erfahrung mit so viel Geld. Trotzdem: Es ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist
ÖSTERREICH: Wie erlebten Sie den Moment, als der Gewinn fix war?
Fraczek: Ich war schon stolz. Andererseits war ich ein wenig enttäuscht, dass mir der Mut gefehlt hat, aufs Ganze zu gehen. Die Millionenfrage hätte ich ja richtig beantwortet gehabt.
ÖSTERREICH: Das Geld können Sie gut gebrauchen. Sie leben im Moment bei Ihrem Cousin. Warum?
Fraczek: Seit Kurzem ist die Beziehung mit meiner Freundin zu Ende. Da habe ich bei ihm Unterschlupf gefunden und schlafe auf der Couch. Ich habe kein Geld für eine eigene Wohnung.
ÖSTERREICH: Was arbeiten Sie im Moment?
Fraczek: Seit Ende 2008 habe ich keinen richtigen Job, ich studiere Informatik. Ich beziehe Notstandshilfe, daneben jobbe ich und gebe Nachhilfe. Pro Monat habe ich 1.000 Euro brutto.
ÖSTERREICH: Diese Zeit ist vorbei. Was machen Sie mit dem Gewinn?
Fraczek: Das Wichtigste sind eine eigene Wohnung und eine tolle Einrichtung. Ich hatte noch nie ein eigenes Zimmer oder eine eigene Wohnung. Ich will zur Donau ziehen, am liebsten in einen Neubau im Grünen. Ich werde den Führerschein nachholen und einen Mittelklassewagen kaufen. Den Rest werde ich konservativ anlegen und meine Schulden bezahlen.
ÖSTERREICH: Wollen Sie auch arbeiten?
Fraczek: Ja, ich will mein Studium beenden und endlich einen Job finden, der mir Spaß macht. Am liebsten etwas mit EDV.

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