Sonderthema:
So grausam starb die Opern-Diva

Kollegin erzählt

© AP/TZ Österreich

So grausam starb die Opern-Diva

Opern-Diva Roxana Briban (39) war schön, erfolgreich, beliebt; hatte beste Engagements – an der Wiener Staatsoper, in Berlin, Amsterdam, Bukarest: "Roxi war besessen von ihrem Job“, sagt ihre Kollegin, die ukrainische Mezzosopranistin Zoryana Kushpler, 35 (siehe Interview), Ensemble-Mitglied der Wiener Staatsoper. Dann kam Roxana Bribans Stimmkrise. Der Zusammenbruch. Der Absturz. Von einem Tag auf den anderen war der Star, der eine zweite Netrebko werden wollte, weg – völlig vergessen.

Keine Freunde, bloß Fans – einsam in Bukarest
Zuletzt verlor sie auch ihren Job an der Bukarester Oper. Rauswurf. Wegen der Stimmprobleme. Wegen Disziplinlosigkeiten. So kam sie etwa drei (!) Wochen zu spät zu Proben. Unentschuldigt. Ihr Ruhm lebte nur mehr im Internet, auf der Fanseite ihrer Homepage sowie in der virtuellen Facebook-Welt, in die sie sich immer stärker einigelte. Freunde, mit denen sie sich austauschen hätte können, hatte sie wenige. Bloß Fans: "Sie war introvertiert, kein Typ, der zum Handy greift und Menschen einlädt“, sagt ihre Kollegin. Auch ihr Mann konnte ihr in dieser dramatischen Situation nicht weiterhelfen. Die Oper ist nicht seine Welt, Glamour auch nicht: Er ist Taxifahrer in Bukarest. Mit 19 haben Briban und er geheiratet. Sie stieg zum gefeierten Star auf. Er blieb in seinem Job als Taxler hängen: "Die beiden haben sich diametral entwickelt“, sagen Freunde: "Er konnte irgendwann nicht mehr mit ihr mithalten, ihre Ängste nicht mehr verstehen, auch darunter hat sie gelitten.“

Ende: Bizarrer Selbstmord in der Badewanne
Vergangenen Samstag ist die Welt der Operndiva endgültig zusammengebrochen. Sie tippte ein "Verzeih mir“ in den Computer, dann änderte sie ihr Facebook-Profil. Stellte eine Szene aus 'Madama Butterfly‘ online – eine Hand, über die Blut fließt. Ein versteckter Aufschrei: "Madama Butterfly hat auch alles verloren – Mann, Kind, ihr Vater beging Selbstmord“, sagt Mezzosopranistin Kushpler. Roxana Briban setzte es um: "Wer aber hätte ahnen können, dass Roxi damit ihren Selbstmord ankündigt?“ Stunden nach dem Facebook-Posting legte sich die Operndiva in die Badewanne. Sie wollte ganz sicher gehen: Sie schluckte knapp ein Dutzend Schlaftabletten, schnitt sich mit einem scharfen Rasiermesser die Pulsadern auf und stülpte sich zuletzt drei Plastiksäcke über den Kopf. Mit einem dicken Tesaband verklebte sie die Säcke. Das Klebeband war mehrmals um den Hals gewickelt.
Ihr Ehemann hat sie Stunden später so gefunden, in einer Badewanne voll Blut: "Wir alle sind geschockt“, sagt Zoryana Kushpler: "Sie war eine von uns.“

Autor: K. Wendl
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