So (un)gesund lebt Osterreich

OECD-Studie

So (un)gesund lebt Osterreich

Jetzt haben wir es schriftlich: Unser Nachwuchs raucht, säuft und ist zu dick. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verglich nämlich die Gesundheitsgewohnheiten von Jugendlichen und Erwachsenen aus weltweit 34 Staaten. Das am Donnerstag veröffentlichte Ergebnis ist schockierend:


Österreichs Kids rauchen zu viel
Unsere Teenies sind die traurigen Raucher-Weltmeister. In keinem anderen OECD-Land ‚tschicken‘ so viele 15-Jährige wie in Österreich. Laut der Studie rauchen 25 Prozent der Kids mindestens einmal pro Woche. Bei den jungen Mädchen liegt die Zahl sogar bei 29 Prozent. Damit steht Österreich auf Platz eins aller OECD-Staaten, gefolgt von Tschechien und Ungarn. „Diese Zahlen sollten unsere Politiker alarmieren“, sagt Sozialmediziner Michael Kunze im ÖSTERREICH-Gespräch (siehe Interview rechts).

Fast 30 % der Burschen trinken

Auch im „Saufen“ macht unseren Kids leider so schnell niemand was vor. 31 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 29 Prozent der gleichaltrigen Burschen erlebten mindestens schon zweimal in ihrem Leben einen kräftigen Vollrausch. Damit liegen wir auf Platz zehn im internationalen Vergleich. Doch fest steht: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Auch unsere Erwachsenen trinken gerne über den Durst -nämlich 12,2 Liter Alkohol pro Kopf im Jahr – einen höheren Wert haben nur die Luxemburger mit 15,3 Liter pro Kopf.

Im OECD-Länderranking fallen auch unsere dicken Kinder auf. Zwar kommt Österreich dabei vergleichsweise glimpflich davon, aber immerhin ist die Zahl der Übergewichtigen Kids gestiegen: 23 Prozent der Buben und 21 Prozent der Mädchen sind zu dick. Laut der Studie sollen Burschen dabei unter einer extremen Fettleibigkeit.

Raucherkids: Unsere Teenies sind Weltmeister
Das dürfte vor allem an Schnitzel, Burger und Pizza liegen. Laut der Studie essen nämlich nur rund 20 Prozent der Mädchen Gemüse und Salat. Bei den Burschen sind es sogar nur zehn Prozent. Noch weniger gesunde Nahungsmittel essen im Vergleich nur noch die Kinder in Ungarn und Estland.

Einen Lichtblick gibt es jedoch bei der Bewegung: 40 Prozent unsere Jugendlichen (im Alter zwischen elf und 15 Jahren) bewegen sich täglich eine Stunde. So viel bewegt sich sonst niemand – Platz eins für Österreich!

Doch der insgesamt schlechte Lebensstil hat Folgen: weltweit nehmen chronische Krankheiten und Demenz zu. Österreich liegt jedoch mit 6,8 Prozent knapp unter dem Durschnitt. Auch die Sterblichkeitsrate nach einer Krebserkrankung ist bei uns um 22 Prozent zurückgegangen. Die Lebenserwartung in Österreich liegt bei 81,1 Jahren. Die höchste Lebenserwartung haben jedoch die Bewohner der Schweiz und Japan.

Sozialmediziner Michael Kunze:
»Alkohol ist viel zu billig«

ÖSTERREICH: Österreichs Jugend raucht zu viel. Was kann man tun?
Michael Kunze: Jetzt ist die Politik gefordert. Nur eine Preiserhöhung beeinflusst die Jugendlichen. Und wenn man keine gescheite Preispolitik macht, dann wird das immer so weiter gehen. Genauso ist das beim Alkohol. Auch da ist man säumig. Alkoholische Getränke sind viel zu billig. Wir haben doch sowieso ein Budgetloch, da kann man sich Geld holen. Auch auf EU-Ebene wird nur über Warnhinweise und gruselige Bilder diskutiert, aber wirklich entscheidend ist nur die Preispolitik.

ÖSTERREICH:
Wie können Eltern verhindern, dass ihre Kinder rauchen, trinken oder zu dick werden?
Michael Kunze: Eltern haben eine Vorbildfunktion. Wir haben schon vor Jahren erhoben, dass Eltern, die rauchen auch sehr wahrscheinlich rauchende Kinder haben. Sie tragen also eine Mitschuld, wenn ihre Kinder rauchen, trinken oder zu dick sind. Dicke Eltern haben dicke Kinder, alles andere ist die Ausnahme.

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