03. September 2010 16:27

24-Stunden-Betrieb 

So war die 1. Nacht der Wiener Nacht-U-Bahn

Begleitet wurde jeder Zug von einem Polizisten-Duo und von Nightlinern.

So war die 1. Nacht der Wiener Nacht-U-Bahn

Rund 70.000 Fahrgäste haben in der Premierennacht der 24-Stunden-U-Bahn das nächtliche Öffi-Angebot in Wien genutzt. 63.000 Personen brausten in den Zügen durch die Stadt, die restlichen 7.000 frequentierten das modifizierte Nachtbussystem. Den starken Auftakt der Nacht-U-Bahn führten die Verkehrsbetriebe auf das "riesige Interesse" am Partyreigen "Nightride" zurück. Mit ausgedrucktem Fahrschein konnte man nicht nur kostenlos durch die finstere Stadt brausen, sondern erhielt auch freien Eintritt in 35 Locations.

 Hochbetrieb in der U4

Die Züge seien durchwegs pünktlich verkehrt, versicherten die Wiener Linien. Am meisten Verkehr herrschte im Übrigen zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt: Knapp 16.000 Menschen hätte die U4 in den Nachtstunden verzeichnet. Das entspricht in etwa dem Passagieraufkommen des bisherigen Nachtbussystems an einem ganzen Wochenende. Durch das neuen nächtlichen Mischangebot aus U-Bahn und Nightlines erwarten sich die Verkehrsbetriebe mittelfristig rund 30.000 Fahrgäste pro Wochenende.

 Positive Bilanz zogen die Wiener Linien heute auch in puncto Sicherheit. Sämtliche Öffi-Benutzer seien unbeschadet durch die Nacht gekommen, wurde versichert. Begleitet werden die Züge auch künftig von je zwei Polizisten, wobei Mitarbeiter der Wiener Linien - "Nightliner" genannt - zusätzlich deeskalierend wirken und für etwaige Fragen zur Verfügung stehen sollen. Die Einsätze werden von der Leitstelle in Erdberg aus koordiniert.

5,1 Millionen Euro Kosten
Die Wiener U-Bahn fährt ab sofort vor Sams-, Sonn- und Feiertagen ohne Unterbrechung, in den Nachtstunden im 15-Minuten-Intervall. Der Betrieb kostet jährlich rund 5,1 Mio. Euro, das geänderte Nachtbussystem schlägt mit zusätzlichen 5,6 Mio. Euro pro Jahr zu Buche. Eingeführt wurde die 24-Stunden-U-Bahn rund sieben Monate nach der Volksbefragung, bei der eine knappe Mehrheit der Wiener für das Angebot stimmte. Zuvor hatte die Junge ÖVP immer wieder einen Rund-um-die-Uhr-Verkehr gefordert, was von der SPÖ stets abgelehnt worden war.
 


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