So will ÖBB für mehr Sicherheit sorgen

425 zusätzliche Mitarbeiter

So will ÖBB für mehr Sicherheit sorgen

Um die Sicherheit in Bahnhöfen und Zügen zu erhöhen, nehmen die ÖBB bis Ende 2018 insgesamt 425 zusätzliche Mitarbeiter auf. Während die Übergriffe auf Bahn-Mitarbeiter im Jahr 2016 eklatant anstiegen, blieben jene auf Fahrgäste konstant. Laut einer Umfrage fühlen sich 78 Prozent der Bahnkunden bei den ÖBB sicher oder sehr sicher, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Menschen haben ein Recht auf Sicherheit, das gilt auch für alle öffentliche Plätze", betonte Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ). Laut dem Minister gaben bei der Umfrage, die im Dezember 2016 vom IFES-Institut unter 600 Bahnfahrern durchgeführt wurde, nur vier Prozent an, dass sie sich in Zügen und Bahnhöfen unsicher fühlen. Am Abend fühlt sich jedoch nur noch rund die Hälfte der Befragten sicher, in der Nacht ist es lediglich ein Viertel. In den Abendstunden sollen künftig Zugbegleiter verstärkt von Securitys begleitet werden.

25 Mio. "für Service und Sicherheit"

In bauliche Maßnahmen, die die Sicherheit ebenfalls erhöhen sollen, investiert das Verkehrsministerium 1,3 Millionen Euro. Das Geld wird für bessere Beleuchtung, neue Videoüberwachung oder auch moderne Notrufeinrichtungen verwendet. Bereits jetzt gibt es laut ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä 6.200 Überwachungskameras auf den Bahnhöfen. Allerdings lassen sich diese Videos aufgrund technischer Probleme nicht immer verwenden. Das geht aus der Beantwortung einer von der FPÖ gestellten parlamentarischen Anfrage durch Leichtfried hervor. Demnach konnten allein 2016 insgesamt 21 Datenträger aufgrund technischer Probleme nicht geöffnet werden, 2015 waren es acht und 2014 neun Videodateien gewesen.

Die ÖBB nehmen nun "für Service und Sicherheit 25 Millionen Euro in die Hand", sagte Matthä. Dieses Geld sei jedenfalls besser "investiert als in die eine oder ander Stiftung eines Landes", konstatierte ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender und vida-Gewerkschafter Roman Hebenstreit. Er hatte in der Vergangenheit schwere Mängel bei der Einhaltung der Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzes durch die ÖBB geortet.

18 Übergriffe im Vorjahr

18 Übergriffe gab es 2016 auf Fahrgäste der Bahn. Gegen Zugbegleiter wurden im Vorjahr 164 Übergriffe gesetzt, durchschnittlich wurde also jeden zweiten Tag einer dokumentiert, sagte Hebenstreit. Auf Securitys waren es insgesamt 76 tätliche Übergriffe. Mit den nun geplanten Maßnahmen zeigte er sich zufrieden. "Nur Menschen schützen Menschen. Zugbegleiter werden künftig wieder verstärkt in Teams und nicht alleine am Zug sein", sagte er bei der Pressekonferenz. Er wünschte sich künftig aber, dass Personen, die Übergriffe verüben, auch von der Fahrt ausgeschlossen werden können.

Aktuell gibt es bei den ÖBB 490 Securitys. Sie werden bis Ende 2018 um weitere 250 Mitarbeiter aufgestockt. Heuer sollen außerdem 130 zusätzliche Mitarbeiter für das Zugpersonal aufgenommen werden und teilweise auf Zügen ohne reguläre Zugbegleiter-Besatzung unterwegs sein. Bis Jahresende wollen die ÖBB die Kundeninformation um 40 Personen aufstocken. Außerdem gibt es für die Bahnmitarbeiter verstärkte Schulungen mit Deeskalations- und Konfliktlösungs-Trainings. Die "Securitys sind kein Ersatz für polizeiliche Maßnahmen", betonte Matthä. Bereits jetzt gibt es zwischen ÖBB und Innenministerium eine Kooperation. Nun wurde vereinbart, dass die Polizei verstärkte Streifen in S-Bahn-Zügen, insbesondere in der Ostregion, durchführt.

Ausstattung mit Bodycams

Bereits im Dezember statteten die ÖBB 50 Sicherheitsmitarbeiter am Wiener und Grazer Hauptbahnhof mit Bodycams aus. Hatte es ursprünglich noch geheißen, dass die Testphase lediglich einen Monat dauert, soll der Probebetrieb laut Matthä nun erst "bis zum Sommer final abgeschlossen sein". Dann aber wollen die ÖBB auch Zugbegleiter sowie Service- und Kontrollteammitarbeiter mit Bodycams ausstatten.

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