Staatsanwaltschaft: Keine Details - grausig genug

Axtmord

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Staatsanwaltschaft: Keine Details - grausig genug

Zu Mutmaßungen in Medienberichten, wie z. B. ob Reinhard St. auch seine Geschwister töten wollte, gab es keine Auskunft. "Keine Details zum Schutz der Angehörigen", erklärte Michaela Schnell, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, am Montag der APA. Nachsatz: "Es ist schon grausig genug." Der Zustand des Verdächtigen wurde als "unverändert" beschrieben.

Ob eine Tat-Rekonstruktion erfolgen werde, sei noch nicht entschieden, so Schnell. Die Sprecherin konnte ebenso nicht sagen, ob die Leichen der fünf Opfer bereits freigegeben sind. Man wolle natürlich auch vermeiden, dass eventuell Medien bei den Begräbnissen auftauchen würden, meinte Schnell.

Zustand des Beschuldigten "unverändert"
Der Zustand des mutmaßlichen Mörders wurde von seinem Verteidiger Ernst Schillhammer wie auch von Helene Pigl, Leiterin der Justizanstalt Josefstadt, in der sich Reinhard St. derzeit befindet, als "unverändert" beschrieben. "Er wird versorgt wie jeder andere auch", so Pigl zur APA.

Rund zweieinhalb Stunden hatte am Montag Schillhammer mit seinem Klienten verbracht. "Es gibt keine Neuerungen", erklärte der Anwalt danach. "Die Ermittlungen gehen weiter, ein Gutachter wird bestellt. Da muss man jetzt warten." Bei der Erstellung des Gutachtens ging der Verteidiger "jedenfalls nicht von Tagen, sondern Wochen" aus. Schillhammer berichtete, er werde Reinhard St. weiterhin laufend besuchen. Am Freitag hatte der Verteidiger berichtet, Reinhard St. "beschönigt nichts. Mein Mandant hat auch mir explizit den Auftrag erteilt, nichts schön zu reden".

Gutachterin bestellt
Unterdessen wurde die Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith mit der Erstellung eines Gutachtens über den Beschuldigten beauftragt. "Ich kann nichts sagen. Ich weiß nicht, wie lange ich brauchen werde", war das einzige Statement, zu dem sich Rossmanith hinreißen lies.

Erfahren im Umgang mit "Grusel-Verbrechen"
Die 1952 Geborene hatte bereits mit ähnlichen Fällen zu tun: Im Vorjahr erhob Rossmanith den Geisteszustand jenes - damals 81-jährigen - Wieners, der 2006 seiner um 14 Jahre jüngeren Frau in ihrer Hietzinger Wohnung den Kopf abgeschnitten hatte. 2007 wurde die Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und die Psychotherapeutin auch zum Prozess um die - damals 46-jährige - Grazerin zugezogen, die am 28. Juli 2005 ihre beiden schlafenden Söhne mit einem drei Kilogramm schweren Spaltbeil erschlagen hatte. 96 Seiten umfasste ihr Gutachten damals.

Ein Jahr zuvor beurteilte die Fachärztin auch die Psyche jenes Wieners, der am 7. August 2005 in einem Einfamilienhaus in Floridsdorf seinen 68-jährigen Vater und seine 66-jährige Mutter mit einer Axt attackiert hatte. "Ein Lösungsversuch einer Situation, die für den Beschuldigten unerträglich geworden ist. Es war eine länger vorschwebende Tatsituation, wo die Gefühle immer mehr angeschwollen sind", schrieb sie damals.

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