Stalker Alarm: Letztes Jahr über  2.000 Anzeigen

ÖSTERREICH

© AP Photo/Sebastian Scheiner

Stalker Alarm: Letztes Jahr über 2.000 Anzeigen

Ein Gemeindemitarbeiter, der weibliche Objekte seiner Begierde per SMS aufs unflätigste beschimpft und terrorisiert; ein 35-jähriges Muttersöhnchen, das jungen Mädchen mit der Handykamera hinterherstellt – zwei aktuelle Stalking-Fälle aus Niederösterreich zeigen erneut, dass sich Verfolgung und Psychoterror wie ein roter Faden durch das Leben vieler Frauen ziehen. Die Fakten: Im zweiten Halbjahr 2006 wurden 930 Fälle nach dem neuen Stalking-Gesetz angezeigt. 2007 waren es bis Ende November bereits 2.374. "Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Viele Opfer, die unter diesem Terror massiv leiden, trauen sich nicht, professionelle Unterstützung zu suchen“, sagt Udo Jesionek von der Opferhilfe Weißer Ring.

Verfahren
Anlässlich der Präsentation eines Buches mit Tipps für von Stalkern Verfolgte am Dienstag in Wien appellierte der ehemalige Präsident des Jugendgerichtshofes an die Betroffenen, ihre Opferrolle aufzugeben: "Man kann gegen diese Belästigungen sehr wohl etwas tun. Die Beratungsstellen helfen rund um die Uhr und anonym. Auch die Polizei kann einschreiten, ohne dass gleich ein Strafverfahren daraus wird, wovor sich viele fürchten.“

Verbrechen
Ganze 24 Prozent aller Frauen und zehn Prozent der Männer werden einmal im Leben von einem Stalker belästigt. Dieses krankhafte Verfolgen ist kein Kavaliersdelikt, wie Buchautor Martin Kind betont: "Stalking ist oft eine Verbrechensvorstufe – bis hin zum Mord.“

Kostenlose Beratung gibt es beim Opfernotruf von 0 bis 24 Uhr unter: 0800/112 112.

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