Steine in Weiche: Triebwagen entgleist

Pinzgaubahn

Steine in Weiche: Triebwagen entgleist

Im Salzburger Pinzgau ist am Sonntagvormittag eine Garnitur der Lokalbahn entgleist, der Lokführer und die sieben Fahrgäste blieben dabei zum Glück unverletzt. "Wäre der Zug auf der anderen Seite aus den Schienen gesprungen, wäre er vermutlich über die sieben bis acht Meter hohe Böschung gestürzt, da hätte es sicher zumindest Schwerverletzte gegeben", schilderte Georg Reichkendler vom Bezirkspolizeikommando Zell am See. Für die Polizei steht bereits fest, dass jemand Steine in eine Weiche gelegt hatte.

Keine Verletzten, enormer Schaden
Auch wenn zum Glück niemand verletzt wurde, ist der Schaden enorm: "Der Triebwagen hat sich vorne einen dreiviertel Meter in den Schotter gegraben, die Technik an der Unterseite ist mit Sicherheit kaputt. Der Techniker der Salzburger Lokalbahn geht von einem Schaden von mindestens 300.000 Euro aus", so der Beamte. Passiert ist der Unfall etwa 50 Meter vor dem Bahnhof Neukirchen am Großvenediger, und zwar bei der Weiche, wo aus der eingleisigen Pinzgaubahn ein zweites Gleis entsteht.

Und in dieser Weiche haben die Kriminalisten vollkommen zerriebene Steine gefunden. Wie viele und wie groß diese waren, konnte die Polizei am Sonntag noch nicht sagen. "Mit Sicherheit mehrere", so der Polizist. Auf jeden Fall hatten mehrere Züge diese Weiche trotz der Steine noch problemlos passieren können, weil diese Garnituren rund 100 Tonnen schwer waren. Als aber um etwa 8.45 Uhr von Krimml der Triebwagen vom Modell VTs 15 - mit 29 Tonnen vergleichsweise ein Leichtgewicht - zur Weiche kam, wurde er aus den Schienen gehoben. Etwa zwei Drittel der 18 Meter langen Garnitur standen mit den linken Rädern neben dem Gleis. Zum Glück war der Zug nur mehr mit rund 25 km/h unterwegs, weil er ja am Bahnhof halten sollte.

Polizei überzeugt: Es war Sabotage
Für die Polizei steht wegen der zerriebenen Steine fest, dass es sich um Sabotage handeln muss. "So was kann nur jemand tun, der vorsätzlich bösartig ist, oder so betrunken, dass er nicht mehr weiß, was er tut", so Reichkendler. Die Kriminalisten konnten die Tat auf den Zeitraum zwischen 6.00 bis 9.00 Uhr heute eingrenzen. Zu dieser Zeit hatte eine Lokführerin auch drei schwer alkoholisierte Personen in der Nähe der Schienen beobachtet. "Einer hatte noch einen Bierkrug in der Hand, einer war barfuß, so der Beamte. Wer die drei waren, stand zu Mittag aber noch nicht fest. Sie dürften von einem großen Zeltfest gekommen sein, das in der Nähe stattfand.

Die Polizei hat auch verschiedene Gegenstände im Bereich des Unfallortes sichergestellt, darunter Flaschen und auch einen Einkaufswagen. Nun versuche man festzustellen, was davon erst ganz frisch dort gelegen sei, um so mögliche Spuren auf die Täter zu finden.

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