Student beichtet Mord im Sex-Rausch Student beichtet Mord im Sex-Rausch

"Er war besessen"

 

© Fuhrich

Student beichtet Mord im Sex-Rausch

Ein Amoklauf im Sex- und Drogenrausch. Was in der noblen Wohnung in der Auhofstraße in Wien-Hietzing geschehen ist, schockt selbst die härtesten Polizisten.

"Sie hatte immer wieder Sex"
Es ist Donnerstagnachmittag, als Philipp K. und Stefanie P. einander treffen. Die beiden waren bis vor wenigen Wochen ein Paar: „Eine zerstörerische On-Off-Beziehung war das“, sagt Alex T., ein Freund der beiden: „Er wollte von ihr nichts mehr wissen, war längst mit einer anderen liiert. Trotzdem hatten sie immer wieder Sex.“

So auch am Tag der mutmaßlichen Tat. Philipp K. stammt aus Salzburg. Studierte nach der Matura Jus. Im Herbst wollte er mit Medizin beginnen. Er war Spitzenkandidat des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS). Doch der distanzierte sich am Samstag von seinem ehemaligen Mitglied: „Wir haben seit einem Jahr nichts mehr mit ihm zu tun. Er ist in die linke Drogenszene abgerutscht.“

SM und Fesselspiele
Nach dem Bundesheer ist Philipp in einen tiefen Abgrund gefallen: „Er rastete oft aus“, sagt Freund Alex. Philipp nahm Drogen. Ist süchtig, auch nach Psychopharmaka, die er seiner Mutter stahl. Und er ist gewalttätig. Auch seine große Liebe Lisa bekam das zu spüren. Wohlwissend hat sie den 22-Jährigen erst am Dienstag verlassen. Zwei Tage später, an ihrem Todestag, kam seine andere Ex-Feundin, Steffi, vorbei. Die beiden hatten Sex, konsumierten Drogen und Alkohol. Laut Polizei-Protokoll ging es um SM und Fesselspiele. Dabei kam es zu der Bluttat. Das bestätigt auch Philipps Freund Oliver D., der als Erster am Tatort war.

Tattoo herausgeschnitten
Vermutlich mit einem Küchenmesser stach der mutmaßliche Täter zuerst in den Hals seines Opfers. Wie von Sinnen stach er darauf 40 weitere Male zu. Zuletzt zerstückelte er das Mädchen, trennte Arme und Beine ab, schnitt sogar ein Tattoo heraus.

Ein Name war auf dem Tattoo zu sehen: Philipp. Die sterblichen Überreste „entsorgte“ er in Müllräumen in Tatortnähe. Als vier Pakete, eingewickelt in Müllsäcke. Für Philipp K. gilt die Unschuldsvermutung.

"Mein Freund, der Mörder: Er war besessen"

Vor vier Monaten lernte der 34-jährige Messen-Spediteur Oliver D. den Studenten Philipp K. in einem Supermarkt kennen. K. arbeitete dort als Aushilfskraft. D. merkte bald, dass der adrette Bursche ein sehr einsames und sehr seltsames Leben führte. Am 2. Juli eilte Oliver nach einem Anruf von Philip K. zu dessen Wohnung – und bekam Einblicke in die dunkle Seele des mutmaßlichen Mörders. Im ÖSTERREICH-Gespräch erzählt er, was er am Freitag am Tatort erfahren musste.

Über den Tag der Tat: „Er redete wirres Zeug“

Am Donnerstag, um 8.24 Uhr, wenige Stunden vor der Wahnsinnstat, schrieb Philipp auf Facebook: „Wieso ändert der Mensch grundlegende Dinge erst dann, sobald das Vorhersehbare gar nicht mehr zu ändern ist?“ War das der erste Hinweis auf sein blutiges Vorhaben? „Er hat sich am Dienstag einmal wieder von seiner großen Liebe Lisa getrennt. Er hat mir erzählt, er wird nicht zulassen, dass seine Männlichkeit verletzt wird“, sagt Oliver D., „dann meinte er, er hat sie aus der Wohnung geworfen und sie mit ein paar Tausend Euro ausbezahlt.“ Dann, um 13.37 Uhr, die wirre Frage: „Brauche unbedingt ein Fahrrad. 26 Zoll. Kennt jemand einen günstigen Vertreiber?“ Kurz danach, gegen 15 Uhr, kam Steffi in die Wohnung. Zum falschen Zeitpunkt. Denn Philipp hatte Liebeskummer.

Über den Blutrausch: „Er fühlte, er muss es tun“

Die Geschichte von Oliver D. ist kaum zu glauben. Auf acht Seiten hat die Polizei seine Aussage protokolliert. Philipp und Steffi sollen harten Sex gehabt haben. Sie wollte geschlagen werden, „und das habe ich getan“, hat Philipp seinem Freund erzählt. Irgendwann kam ein Messer ins Spiel. Damit soll der 22-jährige Jus-Student seine Immer-wieder-Freundin in den Hals und 40-mal in den Oberkörper gestochen haben. Warum er es getan hat, weiß Philipp nicht. „Ich habe gespürt, dass ich es tun muss.“ Dann nahm er ein Messer mit Wellenschliff, weil das gut zum Schneiden von Knochen sei, kugelte seinem Opfer Schulter- und Hüftgelenke aus. Dann zerlegte er sie.

Über den Menschen Philipp K.: „Er wollte mehr“

„Philipp war stolz darauf, Jus-Student zu sein. Er war stolz, in einer tollen Wohnung in Hietzing zu leben. Er war immer perfekt gekleidet. Mit Lackschuhen, Anzughose und Hemd. Er hat immer gesagt: ‚Ich kleide mich konservativ.‘ Er dachte immer, er wäre etwas besseres.“

Über seine Psyche: „Er war in der Geschlossenen“

Philipp hat sich oft in den Unterarm geritzt, behauptet Oliver D. Er nahm Psychopharmaka und trank viel Alkohol – am liebsten Wodka. Angeblich sei der 22-Jährige schon mehrmals in stationärer psychischer Behandlung gewesen. Und er ist besessen von seiner Mutter. Als Oliver D. die Wohnung seines Freundes betrat, sprach der mutmaßliche Täter am Telefon mit seiner Mutter und beruhigte sie: „Ja, der Oliver ist jetzt da.“

Über den „Buben“: Er stand auf Lady Gaga

Ein „normaler“ Bursche. Er interessiert sich für Politik, Medizin, Lady Gaga und „melancholische Musik“. Für Philip K. gilt die Unschuldsvermutung.

Steffi und Philipp: Sie lebten und hassten sich
Sie kennen, lieben und verlassen einander schon seit Jahren. Laut den vertraulichen Erzählungen diverser Bekannter war die Beziehung zwischen den beiden mehr als seltsam. Denn eigentlich lebte der Student – der nach zwei Semestern in Salzburg wieder nach Hietzing zurückgekommen war – mit einer anderen Frau, Lisa, zusammen. Doch immer wenn Steffi anläutete, schlich sich der Kurzzeit-Politiker vom Ring Freiheitlicher Studenten aus Lisas Wohnung (in der später das abscheuliche Verbrechen passieren sollte), um in der Sauna oder im Keller der Wohnhausanlage Sex mit der Ex zu haben.

Porno aufgetaucht
Dabei durften manchmal auch Freunde von Philipp teilhaben – und einer von ihnen drehte mit der Webcam sogar einen 49-minütigen Porno, der herumgereicht wird. Auch ÖSTERREICH wurde eine Kopie zugespielt. Vor wenigen Wochen soll das magere, aber bildhübsche Mädchen am Ende völlig durchgedreht sein und mit einem Vandalismusanfall einen Polizeieinsatz in der Auhofstraße provoziert haben. Als die Beamten eintrafen, hatten sich aber alle wieder beruhigt.

Freundinnen von Stefanie erzählen, dass die 21-Jährige, die eine Schwester hat und bei der Großtante lebte, schon immer sehr schwierig war. Von Selbstmordversuchen ist die Rede, von einer Vergewaltigung, und dass sie übermäßig viel trank. Ob sie wie der mutmaßliche Täter ebenfalls Psychopharmaka, Kokain oder Methadon zu sich nahm, ist derzeit nicht bekannt.

Fest steht nur, dass sie immer wieder zu ihrem Ex angekrochen kam, auch wenn er zum x-ten Male Schluss gemacht hatte. Zuletzt verkündete Steffi sogar: „Wir haben uns verlobt.“ Zwei Tage später wurde sie ermordet.

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