Sturm auf die Schweinegrippe-Impfung

Nur 880.000 Ampullen

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Sturm auf die Schweinegrippe-Impfung

Um 7 Uhr früh öffnen die ersten von 133 Impf-Stellen im Land ihre Tore. Für 4,90 Euro Rezeptgebühr kann sich ab diesem Zeitpunkt jeder Österreicher gegen die immer stärker grassierende Schweinegrippe (H1N1) schützen lassen.

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Die Behörden rechnen wegen der explodierenden Infizierten-Zahlen mit einem Ansturm und appellieren an die Bevölkerung, „nicht am Montag alle gleichzeitig“ zu den Impf-Zentren zu kommen.

Offiziell gilt der Impf-Start den „Risikogruppen“. Das sind landesweit rund 76.000 Schwangere und 880.000 chronisch Kranke.

Allerdings appellieren Ärzte jetzt auch an völlig gesunde Menschen, sich das Mittel Celvapan spritzen zu lassen: „Etwa Menschen, die viel im Ausland sind, Kassiererinnen, Busfahrer oder Lehrer sind ebenfalls extrem gefährdete Gruppen“, erklärt Ärztekammer-Chef Walter Dorner. Er ruft „dringend“ zur Impfung auf – nicht zuletzt, weil die Schweinegrippe in der vergangenen Woche mit dem ersten Todesfall und weiteren schweren Krankheitsverläufen jetzt ihre Gefährlichkeit auch in Österreich zeigt.

Alleine in der Woche von 30. Oktober bis 6. November haben sich 35 Prozent aller bisherigen Infizierten mit Schweinegrippe angesteckt. Die Dunkelziffer der Erkrankten könnte laut Berechnungen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten bereits bei rund 15.000 liegen.

Arzt: „War selbst unsicher, jetzt rate ich es jedem“
Auch andere Mediziner nehmen die Grippe jetzt ernster denn je, warnen vor H1N1 und raten zur Schutz-Impfung. Der renommierte Gynäkologe Paul Sevelda sagt im ÖSTERREICH-Gespräch: „Ich war mir selbst vor zwei Wochen noch unsicher, ob ich mich impfen lassen soll. Jetzt kann ich es nur jedem und besonders schwangeren Frauen empfehlen. Gerade ich als Arzt darf nicht zulassen, dass ich die Krankheit an Patienten weitergebe.“ Weitere Gründe für den Stimmungsumschwung: „Die Häufung der Fälle in Europa, immer schwerere Fälle, kaum Nebenwirkungen beim Impfstoff.“

Auch Egon Marth, Vorstand des Instituts für Hygiene, Mikrobiologie und Umwelthygiene an der Uni Graz, sagt: „Die Impfung gewährleistet einen hohen Schutz und hat praktisch keine Nebenwirkungen.“

Reicht der Impfstoff für alle Österreicher?
Trotz der gestiegenen Impf-Bereitschaft ist sicher: Nicht alle Bürger werden sofort eine Impfdosis bekommen können. Bis Ende November kann Baxter lediglich 1,6 Millionen Dosen des Mittels Celvapan liefern. Da zwei Teilimpfungen benötigt werden, reicht diese Menge nur für 800.000 Menschen.

Diese Woche stehen überhaupt vorerst nur 880.000 Impfampullen zur Verfügung. Bei der täglich steigenden Sensibilisierung der Österreicher laut Experten viel zu wenig.

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