Tanja (19) starb nach Fehldiagnose

Lungeninfarkt

Tanja (19) starb nach Fehldiagnose

Ihr Vater Gerhard K. aus Mürzzuschlag erinnert sich unter Tränen: "Tanja hatte schon ein paar Tage Probleme mit dem Atmen. Aber an diesem Donnerstag konnte sie nicht einmal mehr die Schultasche heimtragen. Sie hatte Schmerzen in der Brust und war total fertig.“ Die Eltern gingen mit ihrer Tochter sofort zum Hausarzt, der das Mädcehn an Lungenfacharzt Martin Gruber – der übrigens mit Tanjas Vater beim Bundesheer war – überwies.

Asthma wegen "Maturastress"
Bis heute bereut Gerhard K., damals Ende März den Pulmologen und nicht das Krankenhaus aufgesucht zu haben: "Er hat einen Allergie- und einen Lungenfunktionstest gemacht und meine Tochter auch geröngt.“ Dia Diagnose fiel vergleichsweise harmlos aus: leichtes Asthma – nervlich bedingt durch den Maturastress. Die mehrfache steirische Meisterin im Rückenschwimmen bekam einen Asthmaspray und die Familie der 19-Jährigen die Auflage, "das Mädchen vom Lernen abzulenken“.

Notarzt verfuhr sich
und kam zu spät
Über das Wochenende wurden die Symptome weder besser noch schlechter – Tanja lernte weniger, sie ging mit den Eltern und dem Bruder spazieren und half ein wenig im Haushalt mit – doch Montagfrüh schaffte es die Schülerin nicht einmal mehr, aus dem Bett zu steigen. Die Rettung wurde alarmiert – wobei sich einen weiterer dramatischer Zwischenfall ereignete: Die Sanitäter des Rettungswagens waren total überfordert – und der Notarzt kam zu spät, weil er sich verfahren hatte: Tanja starb im Krankenhaus in Mürzzuschlag.

Fatale Kombination: Pille und zu viel gesessen
Seitdem geht Familie K. durch die Hölle. Wieder und wieder überlegen, wer schuld am Tod ihrer Tochter ist. Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass Tanja mehrere Thrombosen hatte, die zu einer Lungenembolie und zu Herzversagen führte: "Warum wurde das nicht erkannt,“ überlegen Herta und Gerhard K., Strafanzeige gegen den Lungenarzt zu erstatten.

Eine "Verkettung tragischer Umstände"
ÖSTERREICH sprach mit beschuldigten Mediziner Dr. Gruber, dem die damals gestellte Diagnose selbst zu schaffe macht: "Ich denke immer wieder daran, aber es war eine Verkettung von tragischen Umständen.“ Weil das Mädchen so gut trainiert war, habe man nicht erkenne können, wie schlimm es um Tanja stand. "70 Prozent aller Lungeninfarkte werden nicht erkannt.“ Tanja rauchte nicht und betrieb viel Sport – doch im Nachhinein betrachtet, gab es doch einige Risikofakoren: Lungeninfarkt bei den Großeltern (von dem Arzt nichts wusste). Außerdem dürfte die Schülerin beim Büffeln zu viel gesessen sein – und möglicherweise eine zu hoch dosierte Antibaby-Pille verschrieben bekommen haben.

Autor: R. Kopt
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