20. Juli 2010 13:10
Scharten. Seit 30 Jahren betreibt Erich Weidenholzer daheim in der
Schartener Gemeinde Breitenaich (Bez. Eferding) hobbymäßig eine kleine
Papageienzucht. Die Vögel sind jedoch nicht nur ansehnlich, sondern auch
laut. Ein Nachbar dürfte deswegen die Nerven verloren haben. Vor wenigen
Tagen sahen Anrainer den Mann mit einem Luftdruckgewehr vom Anwesen des
53-Jährigen flüchten. Auf dem Boden der Voliere, in der er die Vögel hält,
fand Weidenholzer kurz darauf einen wertvollen dunkelroten Ara – tot, mit
einem Einschussloch.
Zehn tote Vögel
Doch das dürfte nur das neuste Kapitel in
einem länger währenden Nachbarschaftsstreit sein: Schon vor drei Monaten
wurden zwei wertvolle Papageien erschossen aufgefunden. Vermutlich gehen
sogar noch mehr tote Vögel auf das Konto des Schützen. „Seit letzten Herbst
sind etwa zehn Papageien gestorben“, sagt Weidenholzer. Der Tierarzt habe
ihm bestätigt, dass alle angeschossen wurden und dann nach einer
Bleivergiftung verendet sind. Der Schaden betrage mehr als 20.000 Euro,
klagt der Vogelzüchter.
Bei seiner ersten Einvernahme soll der Verdächtige, der die Tat bislang
abstreitet, einen Kreislaufkollaps erlitten haben und ins Spital
eingeliefert worden sein. Die Polizei spricht daher von einem „unbekannten
Täter“. Für Weidenholzer ist jedoch klar, dass nur der Pensionist infrage
kommt: „Das ist ein ortsbekannter Querulant.“
Umbau
Dem Verdächtigen droht jetzt auch die Klage eines Nachbarn,
dessen elfjährige Tochter sich zum Tatzeitpunkt in Weidenholzers Pool
aufgehalten hat. „Das ist ja ein Wahnsinn, wenn da einer quer durch den
Garten schießt“, sagt der Arzt. Die Vögel will er sich wieder nachkaufen.
„Aber ich werde die Voliere so umbauen, dass da niemand mehr hineinschießen
kann.“