Tschetschene als Terrorist verhaftet

Niederösterreich

© Schwarzl/TZ ÖSTERREICH

Tschetschene als Terrorist verhaftet

Ein in Niederösterreich lebender Tschetschene ist auf dem Flughafen Wien-Schwechat als mutmaßlicher Terrorist festgenommen worden. Ein von einem belgischen Gericht ausgestellter europäischer Haftbefehl laute auf "Verdacht des Terrorismus". Der Mann, der bei seiner Verhaftung am Mittwoch von einer Pilgerreise aus Mekka zurückgekehrt war, gilt als Mitglied einer Organisation, die in Belgien Anschläge vorbereitete und in Tschetschenien Kämpfer rekrutierte.

"Führender Logistiker"
Der Tschetschene werde laut der belgischen Justiz verdächtigt, "sich logistisch an der Vorbereitung eines terroristischen Anschlages auf einen Zug von NATO-Soldaten in Belgien mit anderen Verdächtigen" beteiligt zu haben, hieß es weiter. Ihm werde die Rolle eines "führenden Logistikers" zugeordnet.

26 Terrorverdächtige in ganz Europa festgenommen
Bei mehreren Razzien wurden Ende November in Belgien, Deutschland und den Niederlanden insgesamt 26 Terrorverdächtige festgenommen, davon 22 in Brüssel und Antwerpen, drei in Amsterdam und ein weiterer in Aachen. Neun Haftbefehle wurde erlassen. Laut belgischer Staatsanwaltschaft handelt es sich um zwei unabhängig voneinander agierende mutmaßliche Terrorzellen. Die Festnahme in Wien steht offenbar in Verbindung mit den Razzien, zumal der Haftbefehl von dem Gericht in Mechelen stammt, das Erhebungen dazu durchführt.

Anhänger des "Emir vom Kaukasus"
Der am Flughafen verhaftete Tschetschene lebt mit seiner Ehefrau und zwei Kindern in Neunkirchen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Computer und Handys sichergestellt. Der Mann gilt als Anhänger von Doku Umarow. Dieser von Moskau bekämpfte tschetschenische Rebellenführer ernannte sich 2007 zum "Emir vom Kaukasus".

Das Innenministerium bestätigt die Festnahme. "Der Mann soll logistische Unterstützungsmaßnahmen geleistet haben bei Bestrebungen für einen islamischen Staat im Kaukasus", sagte Ministeriumssprecher Rudolf Gollia am Samstag. Zugleich betonte er, dass von dem Mann "zu keiner Zeit" eine Bedrohung für Österreich ausgegangen sei.

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