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U-Bahn-Kontrollore
 erhalten Kopfgeld
 für Schwarzfahrer

Rechnungshof für Zugangssperren

U-Bahn-Kontrollore
 erhalten Kopfgeld
 für Schwarzfahrer

Lange brodelte die Gerüchteküche, nun ist es bestätigt: Kontrollore der Wiener Linien erhalten für jeden erwischten Schwarzfahrer eine Ergreiferprämie.

Der Wiener Stadtrechnungshof deckte auf, dass es für Schwarzfahrer 5,20 Euro gibt, im Schnitt bekommen Kontrollore 5,9 Prozent des Nettogehalts an Prämien. Sehr erfolgreiche Schwarzkappler sogar mehr.

Skandal. Besonders ärgerlich scheint aber die Tatsache, dass die Kontrollore inzwischen mehr kosten, als sie bringen. In den Jahren 2009 und 2010 konnten die Wiener Linien noch einen Deckungsgrad von bis zu 118 Prozent erzielen. Danach ging es aber stetig bergab: 2013 lag er nur noch bei 75 Prozent. Über den gesamten Zeitraum kosteten die Schwarzkappler 8,64 Millionen Euro, erzielten jedoch nur Einnahmen von 7,95 Millionen Euro.

Rechtfertigung. Die Wiener Linien rechtfertigen die hohen Kosten jedoch mit einem Rückgang an Schwarzfahrern. Dies sei das wichtigste Ziel und deswegen würde die Präsenz an Kon­trolloren stetig ausgebaut. Immer mehr Menschen seien mit Jahreskarten unterwegs. Um Kritik der Oppo­sition bezüglich zu hoher Kosten entgegenzuwirken, werden zudem vermehrt Schwerpunktkontrollen durchgeführt.

Bei der Bezahlung der Strafen soll künftig direkt mit Bankomatkarte beim Fahrscheinautomaten gezahlt werden können.

Innovation. Der Stadtrechnungshof schlägt in seinem Bericht die Prüfung eines durch bauliche Maßnahmen „geschlossenen Systems“ vor, bei dem U-Bahn­-Stationen künftig nur mehr mit Fahrschein betreten werden können. Die Wiener Linien argumentieren allerdings, dass dies oft baulich nicht möglich und die Barrierefreiheit gefährdet sei.

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