Über 5.000 Flüchtlinge in Wien angekommen

Westbahnhof

Über 5.000 Flüchtlinge in Wien angekommen

Am Samstagnachmittag waren bereits mehr als 5.000 Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof angekommen. Rund 3.000 sind bereits weitergereist, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Die Polizei war mit rund 100 Beamten im Einsatz. "Einige tausend Flüchtlinge" werden am Samstag noch am Bahnhof erwartet, sagte Hahslinger. Bis 16.00 Uhr gab es laut Polizei circa 20 Asylanträge.

"Es hat bisher keinen einzigen sicherheitspolizeilichen Vorfall gegeben", sagte Hahslinger. Die Polizei sorgte "in Abstimmung mit den ÖBB dafür, dass die Leute in die Züge geführt werden", sagte Hahslinger. Wenn ein Zug bereits voll ist, führen die Beamten Absperrungen durch, erklärte der Sprecher. "Wir schauen, dass hier alles geordnet abläuft und stehen zur Verfügung, wenn jemand um Asyl ansucht", sagte Hahslinger.

Am Abend wurden auch zahlreiche Fußballfans für das Länderspiel erwartet. Hier werden die Beamten dafür sorgen, dass die Fans von den Flüchtlingen getrennt werden, sagte Hahslinger.

Einige tausend Flüchtlinge sollen laut Schätzung der Polizei noch am Bahnhof ankommen. "Wir rechnen damit, dass etliche keine Weiterfahrtmöglichkeit mehr haben", sagte der Polizeisprecher. In der Notunterkunft am Westbahnhof gibt es Platz für 350 Menschen, für weitere 150 Personen wurde ein Quartier am Hauptbahnhof eingerichtet. "Die Stadt Wien hat zudem für mehrere tausend Personen feste Unterkünfte, keine Zelte, zur Verfügung gestellt", erläuterte Hahslinger. Daher ging die Polizei davon aus, dass "jeder einen Platz bekommt" und niemand im Freien oder am Bahnhof übernachten muss.

Wenige Asylanträge in Österreich
Zur Frage, warum nur wenige der Flüchtlinge in Österreich Asyl beantragen, sagte die Sprecherin der österreichischen Niederlassung des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR, dies liege an einem "Mix" verschiedener Gründe. Einerseits sei Deutschland in Syrien ein sehr bekanntes Land, andererseits würde in Deutschland eine sehr große syrische Community bestehen, viele der Flüchtlinge aus Syrien wollten daher nach Deutschland reisen. Ein weiterer Grund sei sicherlich auch die Ankündigung Deutschlands, syrischen Flüchtlingen Schutz gewähren zu wollen.

Auch im Innenministerium verwies man auf die großen syrischen Communities in Deutschland, aber auch in Schweden, daher seien diese beiden Länder für viele Menschen aus Syrien das Zielland. Außerdem sprach Innenministeriums-Sprecher Karl-Heinz Grundböck von einer "Sondersituation", dass tausende Menschen in Ungarn festgesessen sind und "einiges an Missverständnissen und Gerüchten" die Runde gemacht habe, u.a. das angebliche Aussetzen von Dublin III durch Deutschland oder Gerüchte, wonach Sonderzüge aus Deutschland nach Ungarn geschickt werden sollen. Dadurch sei ein "Transferdruck" in Richtung Deutschland entstanden.

 

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