Verseuchtes
 Wasser in Salzburg

Bakterien

© Neumayr

Verseuchtes
 Wasser in Salzburg

Verunreinigtes Wasser ist zwei Salzburgern zum Verhängnis geworden. Am Montag wurden in der Mozartstadt zwei Fälle von Legionellen-Erkrankungen bekannt. Mit weitreichenden Folgen: Eine ganze Wohnhaussiedlung in Taxham darf kein Wasser mehr benützen.

Infiziert
Der erste Fall betrifft einen jungen Mann aus Taxham. Er hat sich in seiner Wohnung am Graf-Zeppelin-Platz mit den heimtückischen Bakterien – die sogar tödliche Lungenentzündungen auslösen können – angesteckt.

Die Infektion erfolgt meist durch das Einatmen, so zum Beispiel beim Duschen oder durch Klimaanlagen. Experten untersuchten deswegen sofort die Wohnung des Mannes. "Der Verdacht hat sich heute leider voll bestätigt. Die durchgeführten Messungen haben Keimkonzentrationen ergeben, die weit jenseits der Unbedenklichkeitsgrenze liegen“, so der zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Harry Preuner (ÖVP).

220 Bewohner
Die Wohnung des Mannes wurde sofort versiegelt. Da die Bakterien durch Verunreinigungen in den Wasserrohren bzw. bei der Wasseraufbereitung auftreten, besteht Gefahr für 130 angrenzende Wohnungen. Betroffen sind 220 Personen, die am Graf-Zeppelin-Platz 16 bis 18 wohnen. Sie dürfen in den kommenden Tagen ausschließlich abgekochtes Wasser benutzen. Das gilt sowohl für das Zähneputzen als auch die Körperpflege.

Desinfektion
Am Freitag werden die Wasserrohre chemisch desinfiziert. Danach muss noch einmal eine Probe genommen werden. Deren Auswertung dauert zehn Tage. Für die Bewohner heißt das also, dass sie mindestens zwei Wochen nicht in ihrer Wohnung duschen dürfen. Die Stadt ist auf der Suche nach Ersatzmöglichkeiten.

Schule betroffen?
Der Spar-Markt, der sich in der Wohnanlage befindet, sowie eine nahegelegene Schule sollen auch auf die Bakterien überprüft werden. Ob sie vorübergehend geschlossen werden, steht noch nicht fest.

Proben im Kurhaus
Der zweite Fall betrifft eine ältere Dame. Es bestand der Verdacht, dass sie sich im Kurhaus mit den Bakterien angesteckt hat. Diese Angst konnte aber aus dem Weg geräumt werden, da die Wassertemperaturen dort sehr hoch sind. Zur Sicherheit wurden trotzdem Proben entnommen.

Besserung
Die Erkrankten befinden sich im LKH. Der Mann konnte von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden. Auch der Dame geht es besser.

Autor: (wii)
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