30. July 2010 18:56
Doppelmord
Viele Rätsel um
Killer aus Kärnten
Zuhälter Sandro Hafner (42) soll in Paraguay einen Doppelmord begangen haben.
© ABC
Ist es die seit vier Jahren abgängige Kärntnerin Michaela Grabner, die seit
Wochen vermisste Natascha Sch. oder doch eine ganz andere Frau? Noch immer
herrscht Unklarheit über die Identität jener Verdächtigen, die diese Woche
als Komplizin des mutmaßlichen Kärntner Doppelmörders Sandro Hafner (42)
festgenommen worden ist.
Paukenschlag
Wie
ÖSTERREICH berichtete, sitzt der Villacher
Zuhälter in Paraguay in Haft, weil er Anfang Juli das vermögende deutsche
Paar Eckhardt Aparofsky (69) und Meike Wenzel in der Villa der Opfer
ausgeraubt und getötet haben soll. Jetzt der Paukenschlag: Offenbar hatte
der Österreicher beim Doppelmord eine Gehilfin. Und für Frauen war der
Umgang mit Sandro Hafner immer riskant.
Verschwunden
Schlagende Beispiele dafür: Die damals 23-jährige
Michaela Grabner landete durch ihre Liaison mit dem Gewalttäter im
Rotlichtmilieu – und verschwand im Jahr 2006 spurlos. Jetzt wurde bei der
Komplizin Hafners ein Ausweis auf den Namen Grabner gefunden.
Helferin
Aber nicht nur Michaelas Mutter glaubt nicht, dass ihre
Tochter plötzlich in Paraguay aufgetaucht ist (siehe Interview unten). Auch
der Kärntner Chefinspektor Christian Martinz hegt einen anderen Verdacht:
„Die Verdächtige könnte eine Frau sein, die Hafner schon mehrmals geholfen
hat. Gemeint ist Natscha Sch., die Hafner angeblich beistand, als er 2008
aus der Haft in Klagenfurt floh und sich nach Südamerika absetzte. Überdies
soll sie ihm öfter Geld überwiesen haben. Düstere Pointe: Auch Natascha Sch.
ist abgängig.
Rätselhaft auch:
Was wurde aus einem damals 14-jährigen
Mädchen, das Hafner 2008 in Paraguay geheiratet hat? „Unsere Dienststellen
arbeiten daran, die Identität der Festgenommenen zu eruieren“, sagte
Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Der Krimi hat offenbar viele
Kapitel.
|
ÖSTERREICH: Nach wie vor ist die Identität der
geschnappten Komplizin von Sandro Hafner unklar. Glauben Sie, dass es
ihre Tochter ist? Christine Grabner: Ich kann mir nicht
vorstellen, dass Michi freiwillig mit Sandro nach Paraguay mitgegangen
ist. Viel mehr traue ich Sandro zu, dass er einfach Ausweise gefälscht
hat – das hat er früher schon getan. Und dass jetzt eine andere,
vielleicht die ebenfalls verschwundene Natascha S., mit Michaelas
Namen unterwegs ist. ÖSTERREICH: Kennen Sie Sandro
Hafner persönlich? ANTWORT: Ja. Ich hatte immer schon
ein ungutes Gefühl bei diesem Menschen. Ich glaube ja, dass Michi von
Sandro abhängig war. Sie haben sich kennengelernt, da war Michi 15
Jahre alt. Sie ist nie von ihm losgekommen. ÖSTERREICH:
Trauen Sie Sandro H. einen Mord zu? ANTWORT: Ja, und ich
sag Ihnen auch, warum. Michi hat mir einmal gesagt: Wenn jemand ungut
wird, dann „beseitigt“ Sandro das „Problem“ einfach. ÖSTERREICH:
Glauben Sie, dass Ihre Tochter etwas mit den Morden zu tun hat? ANTWORT:
Meine Tochter Michi ist so ein liebenswerter und vor allem warmer
Mensch. Zwei Leute aus Geldgier umbringen – nein, so was kann meine
Tochter nicht. ÖSTERREICH: Wenn Michaela nicht die
festgenommene Komplizin ist – wo ist Ihre Tochter dann? ANTWORT:
Ich weiß es nicht. Möglicherweise hat Sandro mit ihrem Verschwinden zu
tun, vielleicht sind auch Drogen im Spiel. Ich weiß nur, dass Michi
mir sehr fehlt.
|